"Weder schwangere Frauen noch unreine Personen sollen von mir Abschied nehmen - das lehne ich ab." - "Frauen sollen nicht für meinen Tod Abbitte leisten." - "Frauen sollen weder bei meiner Beerdigung zugegen sein noch irgendwann später sich an meinem Grab einfinden."Aus dem Testament des Mohammed Atta, der das Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers steuerte. Abgefasst bereits vor fünf Jahren und jetzt gefunden in der Reisetasche Attas, die beim Umsteigen auf dem Flughafen nicht mehr rechtzeitig mitkam. Frauenfeindlichkeit ist keine Spezialität der radikalen Islamisten, wie Frauen, die sich in der katholischen Kirche engagieren, wohl bestätigen können. Aber eine so extreme, geradezu pathologische Frauenfeindlichkeit muss man außerhalb des engeren Kreises der radikalen Muslime wohl lange suchen. Dazu die brutale Frauenunterdrückung durch die Taliban ("Koranschüler") in Afghanistan, und es entsteht ein Bild, das eine extreme Fremdheit ausstrahlt. Wer seinen (damals schon geplanten?) Tod mit einer solchen Geste der Verachtung gegenüber der Frau dekoriert, hatte bereits den Weg der Unmenschlichkeit beschritten. (DER STANDARD, Printausgabe 2.10.2001)