Nach einer Polizeistudie werden jährlich 157.000 (Dunkelziffer bis zu 315.000) Frauen Opfer von Gewalthandlungen ihrer männlichen Angehörigen. Die "White Ribbon"-Kampagne, die heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiert, nimmt sich dieses Themas an: Durch Bewusstseins- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema "Männer und Gewalt" will sie zu einer Eindämmung der Gewalt insbesondere gegen Frauen und Kinder beitragen und Mechanismen und Formen gewaltunterstützender Männerbündelei aufzeigen. Als Symbol dient eine weiße Schleife, die von möglichst vielen Männern sichtbar getragen werden soll.

Besonders löblich: Die Plakatkampagne, wo Männer die gewalttätigen Übergriffe bekannter oder verwandter Männer überdenken. Denn dass auch Männer öffentlich zum Umdenken aufgefordert werden, gerade wenn es sich um ein Tabu-Thema handelt, ist keine Selbstverständlichkeit. Und obwohl der Text für uns nicht ganz nachvollziehbar ist und uns ziemlich unrealistisch scheint (z.B. "Viele Frauen haben Angst vor Männern. Viele Männer auch. Ich will meinen Freunden vertrauen können." - Welcher Mann denkt denn wirklich so?) finden wir, dass sich "White Ribbon" für ihr Engagement ein Zuckerl verdient haben! (isa)