Kairo/Washington - Die Wahrscheinlichkeit einer größeren amerikanischen Militäraktion im Kampf gegen den Terrorismus ist nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gering. Rumsfeld sagte dies Donnerstag Abend nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak in Kairo. Es gehe dabei eher um Geheimdienst-Bemühungen, erklärte der Minister. "Problem" Osama bin Laden Auf die Frage, was geschehen würde, falls die USA bei einem Angriff auf Afghanistan nicht den von ihnen als Hauptverdächtigen bezeichneten saudischen mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden erwischen sollten, erklärte er: "Es ist keine Frage, dass diese Person ein Problem darstellt; die Wahrscheinlichkeit einer Militäraktion ist gering." Auf den palästinensisch-israelischen Konflikt angesprochen, sagte Rumsfeld: "Es gibt Hoffnungen, dass der Mitchell-Bericht umgesetzt wird." Dieser sieht eine Beendigung der Gewalt in Israel und den Palästinensergebieten sowie eine Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch vor. Beitrag Ägyptens Zur Beteiligung Ägyptens an der von den USA geforderten Anti- Terror-Koalition meinte Rumsfeld: "Wir sind zufrieden mit dem Beitrag der Ägypter." Jedes Land könne auf seine Weise zur Bekämpfung des Terrorismus beitragen. Rumsfeld hatte zuvor in Saudiarabien und Oman um Unterstützung für die Kampagne der USA gegen den Terrorismus geworben. Alle drei arabischen Staaten stellten klar, dass sie sich daran auf keinen Fall militärisch beteiligen wollten. Letztes Ziel der Reise Rumsfelds ist Usbekistan. Die USA haben am Donnerstag die jüngsten NATO-Beschlüsse zur Unterstützung des Anti-Terror-Kampfes als "historisch" begrüßt. "Wir sind sehr dankbar, dass sich die Verbündeten schnell und einstimmig hinter uns gestellt und sich auf diese politischen und militärischen Maßnahmen verständigt haben", sagte US- Außenministeriumssprecher Richard Boucher in Washington. Überraschender Besuch in Ankara US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld legt auf seiner Reise überraschend Station in Ankara ein. Wie türkische Medien am Freitag berichteten, werde er Freitag Abend zu einem Gespräch mit Ministerpräsident Bülent Ecevit in der türkischen Hauptstadt erwartet. Ursprünglich habe Rumsfeld nur auf dem Militärstützpunkt Incirlik zwischenlanden wollen, hieß es. Nun werde er den Stopp in der Türkei aber dazu nutzen, die türkische Regierung über seine vorangegangenen Gespräche zu informieren. (APA,dpa)