Fiorano/Italien - Michael Schumacher hat Spekulationen über einen Rücktritt in nächster Zeit entschieden zurückgewiesen. "Ich denke nicht ans Aufhören. Ich habe noch drei Jahre lang einen Vertrag mit Ferrari und genieße die Zeit hier", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister bei Testfahrten auf der Ferrari-Hausstrecke Fiorano. McLaren-Mercedes-Pilot Mika Häkkinen, der nach dieser Saison eine Pause einlegt, hatte Anfang der Woche in einem Interview erklärt, er sehe bei Schumacher "gewisse Anzeichen", dass dieser nicht mehr lange fahren werde. Schumacher nerven die ständigen Gerüchte über sein angeblich bevorstehendes Karriereende sichtlich. "Ich fände es ehrlich gesagt ziemlich langweilig, wenn ich jede Äußerung, die in nächster Zeit in diese Richtung geht, kommentieren sollte", sagte der 32 Jahre alte Rheinländer etwas ungehalten. "Ich habe oft genug gesagt, dass ich noch nicht ans Aufhören denke und kann das hiermit nochmals bestätigen." Es gebe "nicht einen einzigen Ansatzpunkt, ans Aufhören zu denken", bekräftigte er, mindestens bis zum Vertragsende 2004 weiter zu machen. Streckenrekord in Fiorano aufgestellt Auch bei den Testfahrten in Fiorano zeigte Schumacher, dass er sich wieder voll aufs Rennfahren konzentrieren kann. Am Mittwoch stellte er auf Anhieb einen Streckenrekord auf. Bei dieser Vorbereitung auf das Saisonfinale am 14. Oktober in Suzuka testet der 52-malige Grand-Prix-Sieger zahlreiche neue Teile für das nächste Jahr. "Wir haben ein neues Getriebe und verschiedene andere neue Dinge, auf die ich nicht eingehen möchte", mauerte Schumacher. "Wir werden das neue Getriebe aber definitiv nicht in Suzuka fahren. Es ist noch eine Prototypversion, geht aber schon gut." Gute Chancen für Suzuka Für den Großen Preis von Japan ist der Champion optimistisch. "Indianapolis lief für Rubens und mich nicht so gut. Aber wir werden wieder bald gute Zeiten erleben. Die Strecke in Japan liegt uns, dort können wir uns beweisen", sagte Schumacher, der in Suzuka bisher drei Siege - zuletzt im Vorjahr - gefeiert hat. "Wir werden dort sehr konkurrenzfähig sein. Wir haben eine gute Chance zu gewinnen." Der Deutsche würde dieses Mal sogar seinem Teamkollegen Rubens Barrichello den Vortritt lassen. Der Brasilianer kann nur durch einen Sieg Silberpfeil-Konkurrent David Coulthard noch vom zweiten Platz der Gesamtwertung verdrängen. Vor dem Finale hat der schottische McLaren-Mercedes-Pilot (61 Punkte) sieben Zähler Vorsprung auf Barrichello (54). "Es wird sehr schwierig, aber wir versuchen es", kündigte der Kerpener einen Kraftakt an. (APA/dpa)