Paris - Die 28. Ausgabe der Pariser Messe für Gegenwartskunst FIAC, die vom 10. bis zum 15. Oktober im Messezentrum an der Porte de Versailles stattfindet, steht ganz im Zeichen der Erneuerung. Das Selektionskomitee der Ausstellung COFIAC, zu deren Mitgliedern auch die Wiener Kunstgalerie Krinzinger zählt, hat die Anzahl der Teilnehmer von 196 Galerien im Vorjahr auf 164 reduziert, gleichzeitig aber auch 30 Prozent neue Teilnehmer zugelassen. Zum ersten Mal ist heuer auch ein eigener Abschnitt der Messe der Video-Kunst gewidmet. Unter den Neulingen der FIAC befinden sich bedeutende Galerien wie Micheline Szwajcer aus Belgien, Waddington aus Großbritannien und Metro Pictures aus den Vereinten Staaten, aber auch junge Kunstgalerien wie Olivier Houg aus Lyon, The Maze aus Turin, Shine aus London und Steinek aus Wien. Der Vorrang wurde dieses Jahr nach Angaben der Organisatoren der Originalität der vorgestellten Projekte gegeben. Zu sehen sind insbesondere thematische oder individuelle Ausstellungen, bisher unveröffentlichte Werke, sowie Installationen, die eigens für die FIAC geschaffen wurden. Aufbau Die Ausstellung ist laut Organisatoren in vier große Sektionen - "One man shows", "Group shows", "Perspektiven" (junge Künstler) und "Edition" - aufgeteilt. Zu sehen sind außer Videos und Fotos auch Zeichnungen, Gemälde, Lithografien, Skulpturen und Installationen. Besondere Schwerpunkte sind dabei die Kunst der 60er Jahre - etwa Pop Art, Arte Povera und Wiener Aktionismus -, sowie sehr junge Künstler als Zeugen der Vitalität der aktuellen Kunstszene. Die 164 teilnehmenden Kunstgalerien stammen aus 17 Ländern in Europa, Amerika und Asien. Von österreichischer Seite beteiligen sich die Wiener Galerien Chobot und Hilger an der Sektion "Group shows". Sie stellen nach Angaben der Organisatoren jeweils Werke der Künstler August Walla und Otmar Hörl vor. Die übrigen österreichischen Teilnehmer befinden sich dagegen in der Sektion "One man show". Es handelt sich um die Galerie Krinzinger mit Werken von Hermann Nitsch, um die Galerie Charim (Wien) mit Werken von Erwin Bohatsch und um die Galerie Steinek mit Werken von Ilse Haider. Das neue Ding Ein eigener Raum, der 500 Quadratmeter umfassende "Video Cube", ist heuer erstmals der Video-Kunst gewidmet. Eine eigene Jury - der auch Sabine Breitwieser, Konservatorin der Generali Foundation in Wien angehörte - hat neun Videos ausgewählt, die für den mit 50.000 Franc (7.622 Euro/105.000 S) dotierten Sonderpreis "La Cinquieme - Video Cube" ins Rennen gehen. Die Filme werden dem Publikum in getrennten Räumlichkeiten zeitgleich vorgestellt. Die Presiverleihung erfolgt am 11. Oktober. Bei den Videos handelt es sich um "Outburst" (2000) der 30-jährigen Französin Veronique Boudier, "Ghost" (2000) des 26-jährigen US-Amerikaners Slater Bradley, "Endless Column 1" (2001) des 26-jährigen Briten Roderick Buchanan, "Un bateau ivre" (2001) des 28-jährigen Franzosen Olivier Grossetete, "living elsewhere" und "Connection" (2001) des 43-jährigen Chinesen Wang Jianwei, "Jeux de mains, jeux vilains" (2001) der 31-jährigen Französin Isabelle Levene und "Nocturne" (1999) des 27-jährigen Albaners Anri Sala. Am Rande der Messe wird auch eine Reihe von Debatten organisiert, so etwa zum Thema der europäischen Harmonisierung der Besteuerung von Kunstwerken oder zum Thema der privaten Stiftungen und Sammlungen. (APA)