Freiburg - Der "Brockhaus" der katholischen Kirche ist komplett: Der leitende Herausgeber, Kardinal Walter Kasper, stellte das "Lexikon für Theologie und Kirche" (LThK) am Freitag in Freiburg in seiner dritten Auflage vor. An elfter und letzter Stelle erscheint nun ein Nachtrags- und Registerband. An dem Werk arbeiteten nach Angaben des Freiburger Verlegers Hermann Herder 4.150 Autoren mit. Das Lexikon bietet in 26.000 Artikeln eine Bilanz der Forschung und arbeitet besonders die jüngsten Entwicklungen innerhalb der katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den 60er Jahren auf. In dem zuletzt erschienenen Band finden sich Stichwörter wie Biotechnologie, Internet und Globalisierung. Insgesamt bietet die dritte Auflage zu vielen Stichwörtern unterschiedliche theologische Positionen. Erstmals wurden auch nicht-katholische Autoren aufgenommen. Deutlich ist das Bemühen, verstärkt die Ökumene zu berücksichtigen, aber auch fremde Kulturen und Religionen wie den Islam. Der Herausgeber Kasper war 1989, zwei Jahre nach Beginn der Planungsarbeiten, zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart berufen worden. In diesem Jahr ernannte der Papst ihn zum Kardinal und zum Vorsitzenden des Rates für die Einheit der Christen. Kasper sagte, das Lexikon stelle den Katholizismus in seiner ganzen Breite dar. Zudem werde dem "stark gewachsenen theologischen Pluralismus" Rechnung getragen. Die erste Auflage des LThK erschien in den 30er Jahren. Insgesamt seien über 400 Nachträge eingearbeitet worden. Das knapp 5.000 Mark (2.556 Euro/35.178 S) teure Nachschlagewerk hat eine Auflage von 7.250 Exemplaren. Nach Verlagsangaben wurden bereits 6.700 Exemplare verkauft. "Nicht nur Theologen, sondern auch Historiker, Kunstgeschichtler und andere Geisteswissenschaftler greifen darauf zurück", sagte Chefredakteur Bruno Steimer. Das 16 Millionen Mark teure Projekt wurde von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz finanziell unterstützt. (APA)