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Wien - Trotz der heftigen Verluste im Verlauf des bereits einjährigen "Bärenmarktes" an den Weltbörsen blicken die Aktienspezialisten des US-amerikanischen Analysehauses Ned Davis Research nur vorsichtig optimistisch in die nähere Zukunft. "Die Marktindikatoren müssten sich verbessern, um eine Übergewichtung der Aktien zu rechtfertigen", stellte der Aktienstratege Timothy Hayes von Ned Davis anlässlich des "Institutional Investors Jour Fixe" am Freitag in Wien fest. Allerdings wies Hayes zugleich auf eine Reihe von Indikatoren hin, die Anlass zu Optimismus geben würden. Überverkaufter Markt Derzeit könne man einen extrem überverkauften Markt und hohen Pessimismus beobachten. "Wir suchen nach extrem überverkauften Situationen als Einstiegspunkt", erklärte Hayes. Die Krisen würden zumeist emotional bedingte Korrekturen auslösen, doch die Märkte würden sich danach auch schnell wieder erholen und sechs Monate nach Beginn einer Krise notierten die Märkte zumeist höher, zog der Aktienstratege einen historischen Vergleich. Auch die Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen US-Treasuries und Anleihen der zweiten Bonitätsklasse sei ein Zeichen der Angst und daher ein positiver Kontraindikator. "Nur geringes Potenzial" Historisch sei zu beobachten, dass der Markt bereits steige, bevor sich das Wirtschaftswachtum und die Unternehmensgewinne erholten, so Hayes weiter. Dennoch brauche der Markt ein Ansteigen der Unternehmensgewinne, bevor signifikant höhere Bewertungen produziert würden. Obwohl die Bewertungen nicht "extrem billig" seien, seien stimmungs- und liquiditätsmäßig die Bedingungen für eine Kurserholung im Zusammenhang mit dem Ende einer Phase schwachen Wirtschaftwachstums gegeben. Der Anstieg habe aber trotz eines 19-jährigen Höchststandes an überschüssiger Liquidität "nur geringes Potenzial", solange sich die Unternehmensgewinne nicht deutlich verbesserten, urteilte Hayes. Defensive Sektoren und Value-Aktien empfohlen Der Aktienstratege legt den Investoren derzeit eher defensive Sektoren und Value-Aktien ans Herz, die in einem risikoaversen Umfeld eine bessere Performance erwarten ließen. Blue Chips hätten bisher von der Flucht in Qualität und Sicherheit profitiert, künftig sollten aber gering kapitalisierte Werte aus einer wirtschaftlichen Erholung Kapital schlagen. Bei zyklischen Aktien und den Sektoren Technologie und Telekom rät Hayes zur Zurückhaltung, bis "der Markt Momentum und Tiefe für eine Rally bekommt". (APA)