Skopje - Mazedonien hat am Freitag Polizeipatrouillen in mehrere von Albanern und Slawen bewohnte Dörfer entsandt. Die Sicherheitskräfte seien vorübergehend in vier Orte in der westlichen Region Gostivar geschickt worden, die vor dem Friedensabkommen im August zwischen Albanerrebellen und Regierungstruppen heftig umkämpft waren, sagte ein Sprecher von Innenminister Ljube Boskovski. Der amtierende Präsident der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Mircea Geoana, kritisierte die in seinen Augen "verfrühte" Entsendung der Patrouillen. Am Mittwoch hatte Boskovski zur Überraschung der NATO angekündigt, die mazedonische Polizei wolle wieder die "vollständige Kontrolle" über Gebiete übernehmen, die die frühere Nationale Befreiungsarmee (UCK) nach ihrer Auflösung geräumt hatte. Ein Sprecher der Allianz betonte, es gebe kein entsprechendes Abkommen mit der mazedonischen Regierung, der NATO und den internationalen Organisationen. Die derzeitige Lage mache es unmöglich, OSZE-Beobachter in die Region zu schicken, sagte ein Sprecher des rumänischen Außenministers. Nach dem Abkommen von Ohrid sollen Beobachter von OSZE und EU die Umsetzung des Friedensvertrags überwachen. (APA/AFP)