Bled - Der NATO-Oberkommandierende in Europa, US-General Joseph Ralston, hält weitere Anschläge wie die in den USA für wahrscheinlich. "Niemand von uns sollte glauben, dass dies das Ende von Terroranschlägen sei...jeder Tag ohne Terroranschlag bedeutet, dass man dem nächsten einen Tag näher ist", sagte Ralston am Samstag in Bled (Veldes) in Slowenien. "Wir müssen alles tun, was wir können, um diesen Tag so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben". Noch im August sei es undenkbar gewesen, dass die Allianz einen Monat später den Bündnisfall ausrufen würde. Nach den Anschlägen in den USA am 11. September hatte die Allianz erstmals den Artikel 5 angewandt und die Anschläge als Angriff auf alle NATO-Staaten gewertet. Ralston sagte, die Allianz sei ausgerichtet auf einen konventionellen Krieg mit klar strukturierten Kriegsfeldern und gegen einen eindeutig definierten Feind. Diese Vorstellung sei im Kalten Krieg angemessen gewesen, werde jedoch den heutigen internationalen Bedrohungen nicht gerecht. Die Bekämpfung des Terrorismus erfordere eine umfassende Änderung der Doktrin, der Infrastruktur und der Ausrüstung der NATO. (APA/Reuters)