Teheran - Der Iran ist derzeit nicht in der Lage, Flüchtlingen aus dem benachbarten Afghanistan die erforderliche Hilfe zu gewähren. Ein Vertreter des iranischen Innenministeriums sagte am Montag in der Grenzprovinz Khorassan, im Falle eines massenhaften Einströmens afghanischer Flüchtlinge sei nicht einmal eine Notversorgung gesichert. Auch die Büros der Vereinten Nationen in den beiden Grenzregionen Khorassan im Nordosten und Sistan-Baluchestan im Südosten des Landes haben nach Berichten der Nachrichtenagentur IRNA mitgeteilt, sie seien noch nicht hinreichend vorbereitet auf angemessene Leistungen. Der Iran hat mehrere Aufrufe der Vereinten Nationen zurückgewiesen, afghanische Flüchtlinge ins Land zu lassen. Allerdings will die Regierung in Teheran in Pufferzonen im Grenzgebiet Hilfsdienste ermöglichen, sofern das afghanische Taliban-Regime und die international anerkannte Regierung des vertriebenen Präsidenten Burhanuddin Rabbani dies erlauben. UNHCR: Zahlreiche Afghanen flüchten Richtung iranische Grenze Nach der ersten Angriffswelle der USA auf Ziele in Afghanistan flüchten nach UNO-Angaben viele Afghanen Richtung iranische Grenze. Nach Informationen aus Afghanistan seien zahlreiche Flüchtlinge auf dem Weg Richtung Nordosten und Südosten Irans, sagte ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Teheran der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Allein in der Grenzstadt Sarandsch im Westen Afghanistans hätten sich mehr als tausend Einwohner auf den Weg gemacht. Diese Stadt wurde iranischen Medienberichten zufolge am Sonntag von Raketen getroffen, demnach kam es dort auch zu Zusammenstößen zwischen Taliban-Milizen und der Bevölkerung. Der iranische Außenminister Kamal Kharasi Iran lehnte es am Montag jedoch erneut ab, die Grenzen für die Flüchtlinge zu öffnen. Der Iran hatte die US-Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan am Sonntagabend scharf verurteilt. Die Attacken seien "unannehmbar", meldete IRNA. Knapp vier Wochen nach den Terroranschlägen auf New York und Washington hatten die USA mit britischer Unterstützung am Sonntag mit Angriffen auf Stützpunkte des mutmaßlichen Top-Terroristen Osama bin Laden und der afghanischen Taliban-Regierung mit Marschflugkörpern und Flugzeugen begonnen. (APA/dpa)