Stockholm - Damit aus einer befruchteten Eizelle ein ganzer Organismus wird, müssen sich Zellen vielfach teilen. Schleichen sich dabei Fehler ein, entstehen entweder zu viele oder zu wenige Zellen. Beides kann binnen Tagen zum Tod führen. In den Zellen aller Lebewesen läuft daher ein genau festgelegtes Programm ab, um die korrekte Vervielfältigung sicher zu stellen. Auch im Erwachsenen müssen ständig neue Zellen gebildet und abgestorbene ersetzt werden. Dafür müssen die Zellen wachsen, ihr Erbgut kopieren und sich in zwei gleiche Tochterzellen aufspalten, die diesen Zyklus dann erneut durchlaufen. Embryonen von Fliegen haben mit acht Minuten den kürzesten, einige Säugetierzellen mit mehr als einem Jahr den längsten Zellteilungs- Zyklus. Sie unterteilen sich in vier Phasen, zwischen denen an mehreren Punkten die "Notbremse" gezogen werden kann. G1-Phase (das G steht für englisch gap = "Lücke"): Die Zelle wächst zunächst heran. Dann wird geprüft, ob die Umgebung günstig und die Zelle groß genug für die Teilung ist. Ist dies der Fall, tritt die Zelle in die S-Phase (Synthese-Phase) ein. Jetzt wird die Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure) verdoppelt, damit sie später zu gleichen Teilen an die beiden Tochterzellen weitergegeben werden kann. G2-Phase: An diesem Kontrollpunkt prüft die Zelle, ob die DNA auch korrekt verdoppelt wurde. Nur wenn das der Fall ist, tritt die Zelle schließlich in die M-Phase (Mitose-Phase) ein. Dann beginnt eine der spektakulärsten Vorgänge: Die verdoppelte DNA wird zu den gegenüberliegenden Seiten der Zelle gezogen, die sich anschließend in der Mitte einschnürt und aus der die beiden Tochterzellen werden. Diese Nachkommen treten dann wieder in die G1-Phase ein, der Zyklus beginnt von vorne. Zellen in der G1-Phase können den Zyklus stoppen und in ein bestimmtes Ruhestadium gelangen (G0-Phase). Dort bleiben sie bei Bedarf Wochen, Monate oder Jahre, bevor sie die Vermehrung fortsetzen. Dieses fein ausbalancierte Kontrollsystem der Zelle beruht auf zwei Familien von Schlüsselproteinen. Das sind einerseits die "Cyclin-abhängigen Proteinkinasen" (CDKs) und andererseits die "Cycline". Wenn sich die CDKs zur richtigen Zeit mit ihren passenden Cyclinen zusammenfinden, erfolgt der jeweils nächste Schritt in der Zellteilung. (APA/dpa)