Ohne bissige Bemerkungen der Mitspieler am Tisch können die Anhänger der Catan-Gemeinde ihr Siedler-Kartenspiel jetzt auch am PC betreiben. Im Wettstreit um Glück und strategisches Geschick werden entweder die künstlich-intelligenten Fähigkeiten des Computers oder echte Mitspieler im Internet herausgefordert. Mit fachlicher Beratung Beim Spielverlauf hält sich die Software relativ eng an das Original von Klaus Teuber, der den Entwicklern mit Rat und Tat zur Seite stand. Die grafische Umsetzung ist verglichen mit anderen Computerspielen schlicht, aber durchaus witzig und ansprechend. Spieler haben nicht nur die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsstufen, sondern auch zwischen acht gegnerischen Siedlerfürsten, die jeweils mit einer bestimmten Strategievariante verbunden sind. So zieht es Eleanore zum Erhabenen hin ("Minnegesang gehört da fraglos dazu, tumbes Schwertgeklirr weniger"), während Vincent als "gewiefter Händler" agiert. Auch am Computer unterhaltsam Liegen die ersten Karten auf dem Tisch, fallen von magischer Hand die Würfel, ein Zahlenwürfel für die Rohstoffproduktion und ein Ereigniswürfel für so grimmige Überraschungen wie einen Raubüberfall - wohl dem, der da seine Rohstoffe rechtzeitig für den Bau von Straßen, Siedlungen und Städten oder für die Anschaffung einer Aktionskarte ausgegeben hat. Dank der Leisten am oberen und unteren Bildschirmrand hat man stets den Überblick über das eigene wie gegnerische Rohstofflager sowie über den Stand der Siegpunkte bis hin zum ersehnten zwölften Punkt, mit dem sich das Spiel entscheidet. Der Spielverlauf ist am Computer weit zielstrebiger als in der Tischrunde - dort gehört gerade die Diskussion über die jeweils gültige Auslegung der Regeln zu den besonderen Reizen des Spiels. Wer noch nie zum Siedlerspiel geladen war, sollte sich mit Hilfe des Tutorials mit den Grundlagen des Spiels vertraut machen. Nach ein paar Spielen darf man sich getrost zu den erfahrenen Catan-Siedlern rechnen und am großen Online-Turnier teilnehmen, das am 20. Oktober beginnt. (APA/AP)