Wien - Nichts hält die Kreditwirtschaft in Österreich von einer zentralen Erfassung aller Konten, wie sie die deutsche Bundesregierung für ihre finanzielle Rasterfahndung gegen Terror-Finanzierungen vor hat. "Wenn man Läuse fangen will, braucht man nicht mit Dampfwalzen auffahren", meint Peter Püspök, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG (RLB), da sei ein "feiner Kamm" nötig. "Maschen enger knüpfen" Um verdächtige Geldströme aufzuspüren, müssten "die Maschen enger geknüpft" werden, ohne dabei das Bankgeheimnis in Frage zu stellen, betonte Püspök am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Eine zentrale Kontendatei, wie sie in Deutschland diskutiert werde, hält er nicht für notwendig, der gewünschte Effekt ist nach Einschätzung von Püspök auch in Kooperation zwischen Finanzwirtschaft und Behörden erzielbar. Die EDV-Systeme wären für einen "Kooperationsmechanismus" zwischen Banken und Edok (Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität) gerüstet. Deutsches Modell Nach deutschen Plänen sollen sämtliche Konten in Deutschland beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen erfasst werden. Eine Zentralstelle im deutschen Finanzministerium soll sämtliche Verdachtsanzeigen auf Geldwäsche erfassen. Kritik daran kam in den letzten Tagen auch von deutschen Bankverbänden und Datenschützern. (APA)