Frankfurt/Main - Die Dienstag offiziell eröffnete 53. Frankfurter Buchmesse wird "unter besonderen Aspekten stattfinden", so Direktor Lorenzo A. Rudolf bei der Eröffnungspressekonferenz: Die "Ereignisse seit dem 11. September" werden die Messe "natürlich tangieren". Trotzdem ist es "wichtig und absolut notwendig, sie in normaler Weise durchzuziehen und die Werte, für die die Messe steht, wie Dialog und Austausch, hochzuhalten und zu pflegen". 54 Absagen habe es nach den Anschlägen gegeben, 31 davon aus den USA. "In Relation zur Gesamtanzahl der Aussteller" (nach Angaben der Buchmesse 6.661) und vor allem zur Anzahl der US-amerikanischen Aussteller (771) sind das "sehr, sehr wenige", so Rudolf. Die Messe werde "nicht von Routine, Freude oder Festen" geprägt werden, sondern "nachdenklich" sein. Besondere Bedeutung käme dem Internationalen Zentrum bei, wo "der Dialog zwischen den Kulturen, der völkerverbindende Austausch" im Vordergrund stehe. Im Trend der letzten Jahre ist der Rückgang der Anzahl der Einzelaussteller (um vier Prozent) bei gleichzeitiger Zunahme der Fläche (rund ein Prozent). Dies entspreche dem "Konzentrationsprozess in der Branche", so der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Roland Ulmer, der für 2001 ein Umsatzplus von ein bis eineinhalb Prozent für die deutsche Buchbranche erwartet. Herbe Einbußen hat der Bereich elektronische Medien zu verbuchen: In dieser Sachgruppe gebe es einen Rückgang der Aussteller um rund ein Drittel (auf rund 200). Gestiegen allerdings ist die Gesamtzahl der Verlage, die elektronische Produkte anbieten. Auch auf der Frankfurter Buchmesse sind elektronische Medien ein wichtiger Schwerpunkt. Es gebe "keine Verdrängung, sondern ein Ergänzung der Bücher" durch die elektronischen Medien, so Hubertus Schenkel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ausstellungs- und Messe GmbH. "Wer viel mit dem PC arbeitet, ist auch ein fleißiger Leser". Die Aufgabe der Verlage sei das "Finden verlegerischer Konzepte" im elektronischen Sektor. "Man muss auch die Online-User dazu erziehen, für die Dienste im Internet zu bezahlen", so Schenkel. Unter dem Schlagwort "medienneutrales Publizieren" müssten auch Konzepte zur Mehrfachnutzung der Inhalte gefunden werden. "Die Tätigkeit des Verlegens ist völlig unabhängig vom Medium", so Ulmer. (APA)