München - Der Siemens-Konzern will seinen eingeschlagenen Sparkurs im Netzwerk-Geschäft offenbar verschärfen. Die Zahl der Produktionsstandorte könne bis auf die Hälfte verringert werden, sagte Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer in einem Interview mit der französischen Zeitung "La Tribune" (Dienstagsausgabe). Das müsse jedoch nicht die Streichung von Stellen in derselben Größenordnung bedeuten, ergänzte das Unternehmen am Dienstag in München. Stellenabbau Bisher hatte der Siemens-Konzern für den Unternehmensbereich Netzwerke (Information and Communication Networks/ICN) den Abbau von 5.500 Stellen angekündigt. Im vergangenen Jahr waren hier weltweit noch 53.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Rahmen des angekündigten Maßnahmenpakets würden derzeit alle 20 Produktionsstandorte mit rund 6.500 Beschäftigten überprüft, hieß es. Mit Details sei allerdings erst nach Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2000/2001 (30.9.) im November zu rechnen. Milliardenverluste Der Bereich ICN hatte im dritten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres vor Steuern, Zinsen und Goodwill-Abschreibungen einen Verlust von 563 Mill. Euro (7,75 Mrd. S) eingefahren. Der für die Netze zuständige Siemens-Vorstand Roland Koch hatte daraufhin seinen Hut nehmen müssen. (APA/dpa)