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Deutschlands Präsident Rau (li.) mit dem Präsidenten der Slowakei Schuster

Foto: REUTERS/Alexandra Winkler
Berlin - Der slowakische Präsident Rudolf Schuster hat am Dienstag seinen fünftägigen Staatsbesuch in Deutschland begonnen. In Berlin warb er insbesondere um Unterstützung für den angestrebten Beitritt zu EU und NATO. Für die Slowakei sei es wichtig, dass sie zu den neuen Mitgliedern gehöre, sagte Schuster nach einem Gespräch mit dem deutschen Außenminister Joschka Fischer. Fischer sagte zu, die Aufnahme zu befürworten, und bedauerte, dass die Slowakei nicht zur ersten Gruppe der Kandidaten gehöre. Ein ursprünglich geplantes Gespräch Schusters mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder musste kurzfristig abgesagt werden. Schröder war im Zusammenhang mit dem internationalen Kampf gegen den Terror überraschend unmittelbar vor der Ankunft des slowakischen Präsidenten in die USA geflogen. Fischer wie Schuster hoben das gemeinsame Eintreten gegen den Terrorismus hervor. Der slowakische Präsident verwies darauf, dass auch sein Land den USA Unterstützung zugesagt hat. Schuster betonte, die Slowakische Republik habe von Anfang an die Rolle eines NATO-Mitglieds übernommen und den Luftraum sowie Flugplätze zur Verfügung gestellt. Er forderte eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen und den Innenministern in Fragen der Sicherheit. Schuster war nach seiner Ankunft vom deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau mit militärischen Ehren begrüßt worden. Bei dem anschließenden Gespräch war der angestrebte Beitritt der Slowakei zu EU und NATO ebenfalls ein wichtiger Punkt. Beide Präsidenten lobten die guten Beziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei. Deutschland ist der wichtigste politische und wirtschaftliche Partner der Slowakei. Die deutschen Importe von dort erreichten nach Angaben des deutschen Statistikamtes im Jahr 2000 ein Volumen von 6,7 Milliarden Mark, die Exporte von 6,5 Milliarden Mark (3,43 Mrd. Euro/47,1 Mrd. S bzw. (3,32 Mrd. Euro/45,7 Mrd. S). Das Verhältnis soll auch nicht die Forderung der deutschen Vertriebenen nach Entschädigung stören. Im Informationsdienst des Bundes der Vertriebenen hieß es, die slowakische Regierung habe diese Forderung jetzt mit der Begründung zurückgewiesen, "die Aussiedlung stützt sich nicht auf tschechoslowakisches Recht, sondern auf internationales Recht". Rechtsgrundlage seien die Beschlüsse der drei Großmächte bei der Potsdamer Konferenz 1945 gewesen. Die Landsmannschaft der Karpatendeutschen nannte diese Antwort "rundweg ärgerlich, weil falsch und ungerecht". Schuster wird nach weiteren Gesprächen mit Politikern am Mittwoch in Berlin auch Abstecher in die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen unternehmen. Am Freitag ist ein Besuch beim Volkswagenwerk in Wolfsburg geplant, einem der größten Investoren in der Slowakei. (APA/dpa/AP)