Linz - Die Landeshauptstadt Linz wird auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung 2001 ein Landtagsmandat an das Hausruckviertel verlieren. Dies gab Landeshauptmann Josef Pühringer (V) am Mittwoch in einer Pressekonferenz, in der die Oberösterreich-Daten der Volkszählung präsentiert wurden, bekannt. Der generelle, aus den erhobenen Daten ablesbare Trend: Die Bevölkerung von Linz und Steyr sowie der oberösterreichischen Randbezirke schrumpft, die der städtischen Umlandgemeinden steigt. "Die Oberösterreicher sind mehr geworden aus eigener Kraft", fasst Pühringer die Ergebnisse zusammen. Konkret bedeute dies: Oberösterreich kann auf eine positive Bevölkerungsentwicklung verweisen, die nicht durch Zuwanderung, sondern durch eine positive Geburtenbilanz zu Stande gekommen sei. Die Einwohnerzahl Oberösterreichs sei gegenüber der Volkszählung 1991 um 3, 64 Prozent auf 1.382.017 Personen gestiegen. Damit liege das Land österreichweit im Mittelfeld, so Pühringer. Der große "Verlierer" bei den Einwohnerzahlen sei - mit einem Minus von gut acht Prozent - Linz. Alle anderen Bezirke können auf eine positive Bevölkerungsentwicklung verweisen. Gewinner seien vor allem die Umlandbezirke der großen Städte wie Linz-Land, Urfahr-Umgebung, Perg und Wels-Land. Randbezirke wie Schärding und Rohrbach verzeichnen die geringsten Zuwächse. Das "schlechte Abschneiden" der Stadt Linz bei der Volkszählung bringt für die Landeshauptstadt den Verlust eines Landtagsmandates an das Hausruckviertel. Auch finanzielle Auswirkungen resultieren aus dem Ergebnis der Volkszählung: Linz muss ein Minus von 200 bis 300 Mill. S (14,5 bis 21,8 Mill. Euro) an Bundesgeldern hinnehmen. Da die Stadt auch Infrastrukturmaßnahmen für das Umland stelle, wolle man dies durch Projektzulagen für überregionale Vorhaben ausgleichen, versprach Pühringer. Beim Ertragsanteil kann das Land Oberösterreich einen Gewinn von 22 Mill. S (1,60 Mill. Euro) erwarten. Da in Österreich jährlich 160 Mrd. S pro Jahr über den Finanzausgleich verteilt werden, bedeute dies: "Es bleibt wie es ist", so Pühringer. (APA)