Wien - Der Tanzboden der bei einem Großbrand Mitte August zum Teil zerstörten Wiener Sofiensäle ist nun abgerissen worden. Das hat Karl Pistotnik vom Aufsichtsrat der "Sofiensäle AG" Anfrage bestätigt. Die Wiener FPÖ sprach umgehend von einem "massiven Anschlag auf den Hauptwert der historischen Säle" und ortete einen "unglaublichen Skandal". Laut Pistotnik war der Abriss jedoch nicht zu vermeiden. Die Tanzfläche sei bei dem Brand zu stark beschädigt worden, versicherte er. Schwimmbecken unter dem Boden sorgte für einmalige Akkustik Der FP-Stadtrat Johann Herzog beklagte in einer Aussendung, dass bei den Sanierungsarbeiten wertvolle historische Teile "klammheimlich" der Zerstörung preisgegeben wurden. Der Abriss des Fußbodens des großen Festsaales gefährde deswegen den Wert der Säle, da in Verbindung mit dem darunter liegenden alten Schwimmbassin die weltweit einmalige Akustik dieses Saal gewährleistet war. Das Becken, so bestätigte auch ein Vertreter der Bürgerinitiative, ist nun jedenfalls wieder sichtbar. Logen und Tanzboden Laut Herzog war der Abbruch des Tanzbodens ebenso wie die Zerstörung der Logen "offensichtlich mutwillig und völlig unnötig". Der Fußboden sei zwar beschädigt gewesen, habe aber die Last der herabgestürzten Dachkonstruktion ausgehalten. Die Betreiberfirma werde "allergrößten Erklärungsbedarf" für diese unglaubliche Vorgangsweise haben. Ebenso sei die Frage zu stellen, welche Rolle eigentlich das Bundesdenkmalamt in diesem Zusammenhang spiele, meinte Herzog: "Es drängt sich der Verdacht auf, dass sich die zuständigen Damen und Herrn mit einer Beobachterrolle dieser Ereignisse begnügen." (APA)