Innsbruck - Heftige Kritik an der Universitätsreform hat der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, am Mittwoch erneut geäußert. Bei einer Pressekonferenz in Innsbruck forderte er unter anderem "moderne, teamorientierte Universitäten" anstatt autoritären "Ausbildungsunternehmen" sowie die "Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses statt weisungsgebundener Forschung". Der aus fünf "universitätsfremden Personen" zusammengesetzte "Universitätsrat", der an allen Hochschulen Österreichs eingesetzt werden soll, würde die Rektoren entmachten, kritisierte Grünewald. Gründe dafür seien, dass das Gremium sowohl über den Entwicklungsplan der Unis und Leistungsvereinbarungen entscheiden, als auch die Größe und Zusammensetzung des Senates festsetzen werde. Darüber hinaus würden die Ratsmitglieder alleine den Unirektor wählen. "Wenn man glaubt, dass fünf Personen Weisheit bringen, wird man damit Schiffbruch erleiden", betonte Grünewald. Mehrkosten unterschätzt Die durch Unireform entstehenden "Mehrkosten" seien von den "Befürwortern nicht oder nur oberflächlich" geschätzt worden. "Genauere Schätzungen" würden nachgereicht, hätten die Verantwortlichen gesagt. Fest stehe, dass durch die Auswirkungen des Privatangestelltenrechtes" "zwischen 20 und 30 Prozent" höhere Kosten entstehen werden. Sollten diese nicht gedeckt werden können, komme es notgedrungen zu einem "Personalabbau", betonte der Politiker. "Der Rechtsruck gepaart mit bildungs- und forschungspolitischer Planwirtschaft" werde "immer mehr zum Charakteristikum der Bundesregierung", meinte Grünewald. Für die "fatalen Auswirkungen" dieser Reform, die erst in einigen Jahren zu Tage kommen werden, könnten aber die verantwortlichen Regierenden aber nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. (APA)