Wien - "Fundamentalopposition" wirft ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) vor. Anlass ist die laufende Protestwoche an den Universitäten gegen Studiengebühren und Sparmaßnahmen. Sie habe den Eindruck, dass die rot-grünen Studentenvertreter nicht wissen, was an den Universitäten passiert, sagte Rauch-Kallat bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Falsch sei etwa die Behauptung der ÖH, dass die Unis "kaputtgespart" würden.

Die ÖVP-Generalsekretärin rechnete vor, dass Österreich rund 130.000 Schilling pro Student und damit rund 6000 Schilling mehr als im OECD-Durchschnitt ausgebe. Gehe man von den bereinigten Studentenzahlen ohne "Scheininskribenten" aus, komme man jährlich auf 170.000 Schilling oder einen Kleinwagen für jeden Studierenden. Darüber hinaus stünden den Unis weitere Mittel für Einzelprojekte zur Verfügung. Rauch-Kallat erwartet auch keinen dramatischen Rückgang der Studentenzahlen an den Hochschulen. Vielmehr zeichne sich bereits jetzt ab, dass die Zahl der tatsächlich "aktiv Studierenden" von rund 164.000 erreicht oder sogar übertroffen werde.

Unterstützung bei der Umsetzung der Universitätsreform sicherte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Lorenz Fritz, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zu.

SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser warf Rauch-Kallat "Zahlenspielereien" vor. Faktum sei, dass an den Universitäten die budgetären Einsparungen für das laufende Jahr und 2002 jeweils nahezu eine Milliarde Schilling ausmachten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.10.2001)