Rom - Europäische Staaten haben am Mittwoch ihre Bemühungen zum Schutz vor Angriffen mit biologischen Waffen verstärkt. "Der Bio-Terrorismus beschäftigt die Leute sehr", sagte eine Sprecherin der EU-Umwelt-Kommissarin Margot Wallstrom. Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben am Donnerstag über vorbeugende Maßnahmen beraten. Deutschland: Bundesinformationsstelle geplant Die deutsche Bundesregierung plant, eine neue Bundesinformationsstelle für biologische Kampfstoffe einzurichten. Nach den Flugzeug- Anschlägen in den USA gibt es dort mittlerweile mindestens zwei Fälle von Milzbrand-Infektion, die die Angst vor Anschlägen auch mit biologischen Waffen geschürt haben. Der Pharmakonzern Bayer steigerte die Produktion seines Milzbrand- Medikaments Ciprobay. Der deutsche Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte am Mittwoch in Berlin, eine zum Teil reißerische Berichterstattung über in den USA aufgetretene Milzbrandfälle habe zu einer Beunruhigung in der Bevölkerung geführt. Dies hätten zahlreiche Anrufe bei Behörden gezeigt. Die neue Informationsstelle werde unter Federführung des Gesundheitsministeriums beim Berliner Robert-Koch-Institut angesiedelt, sagte Heye. Sie solle zentraler Ansprechpartner für den Schutz vor biologischen Kampfstoffen sein. Schweden: Organisationen versuchten Kampfstoffe zu bekommen In einem Bericht des Verteidigungsausschusses des schwedischen Parlaments heißt es, es gebe Informationen, dass nichtstaatliche Organisationen biologische und chemische Kampfstoffe zu bekommen versuchten. Darunter sei auch die El-Kaida-Organisation des Islamisten Osama bin Laden, der von den USA für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September verantwortlich gemacht wird. Italien richtete bereits Stelle ein Der britische Zoll teilte mit, man habe alle denkbaren Gefahren im Blick. Das niederländische Landwirtschaftsministerium überprüfte die Nahrungskette nach Schwachstellen. Italien hat schon im vergangenen Monat eine Stelle eingerichtet, die das Risiko biologischer Angriffe minimieren soll. (APA/Reuters)