Belgrad - Vor dem Belgrader Kreisgericht hat der Prozess gegen den früheren Chef der serbischen Geheimpolizei, Rade Markovic, und drei seiner früheren Mitarbeiter begonnen. Sie sind wegen eines Verkehrsunfalles angeklagt, bei dem im Oktober 1999 etwa 30 Kilometer südlich von Belgrad vier Spitzenfunktionäre der oppositionellen Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO) ums Leben gekommen waren. SPO-Chef Vuk Draskovic hatte den offensichtlichen Anschlag mit leichten Verletzungen überlebt. Des mehrfachen Mordes wurden neben Markovic auch noch zwei Mitglieder der Spezialeinheit der Geheimpolizei (JSO), Nenad Ilic und Nenad Vujosevic, sowie der Chef der einstigen Belgrader Geheimpolizei, Milan Radonjic, angeklagt. Draskovic nimmt nicht teil Draskovic traf zum Prozessbeginn im Kreisgericht ein, erklärte jedoch, dass er dem Prozess nicht beiwohnen werde, da sich nicht alle Schuldigen auf der Anklagebank befänden. Die SPO beschuldigt die DOS-Behörden, einige beteiligte Geheimpolizisten, darunter den früheren JSO-Kommandanten zu schützen. SPO-Anhänger forderten vor dem Gerichtsgebäude auch die Festnahme des einstigen JSO-Kommandanten Mihajlo Ulemek Legija, den "Bin Laden Djindjics". Legija, der inzwischen seine Arbeit in der Geheimpolizei aufgegeben hat, soll eine wichtige Rolle beim Umsturz am 5. Oktober des Vorjahres gespielt haben. (APA)