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Wien/Kiew - Neue Unklarheiten in der Affäre um die Explosion der Sibir-Air-Passagiermaschine über dem Schwarzen Meer in der vergangenen Woche: Kurz nach deren Absturz soll der ukrainische Verteidigungsminister Oleksander Kuzmuk seinen Rücktritt angeboten haben. Präsident Leonid Kutschma habe dies aber nicht akzeptiert, meldet die Nachrichten Agentur Interfax-Ukraine. "Ich, als Präsident und Oberkommandeur, pflege Leute nicht einfach wegzuwerfen", so Kutschma laut Interfax am Donnerstag. Ungewiss ist, warum der Verteidigungsminister zurücktreten wollte. Es wird allerdings vermutet, das sein Angebot mit Vermutungen zusammen-hängt, wonach die Sibir-Air-Tupolew irrtümlich von einer ukrainischen Luftabwehrrakete getroffen wurde. Ukrainischer Ministerpräsident will Untersuchung abwarten Der ukrainische Ministerpräsident Anatolij Kinach will bei der Suche nach der Absturzursache auf jeden Fall das Ergebnis der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin eingesetzten Untersuchungskommission abwarten. "Wir hoffen, dass in Kürze die Ergebnisse der Experten veröffentlicht werden", sagte Kinach bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bundeskanzler Schüssel am Donnerstag in Wien. Auf die Frage einer Journalistin, ob er die Forderung nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers Kuzmuk unterstütze, ging Kinach nicht ein. Premier Kinach in Wien Anlässlich der Abschaltung eines Reaktors im Kernkraftwerk Saporischia versicherte Kinach, dass dies ein routinemäßiges Vorgehen sei, wie es in gewissen Abständen aus technischen Gründen eben "notwendig" sei. "Es gibt keine Gefahr der Verseuchung oder der Gesundheitsschädigung von Personal", meinte er. Ein Atomreaktor in Saporischia im Süden der Ukraine war am Donnerstag aus nicht näher bekannten Gründen abgeschaltet worden. Der Reaktor sei von einem Sicherheitssystem abgeschaltet worden, erklärte die Betreiberfirma. Der AKW-Betrieb stehe unter gemeinsamer Kontrolle von ukrainischen Behörden und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO). Kinach, der Wien anlässlich einer Veranstaltung des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa zum zehnten Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit besuchte, dankte Österreich für seine Unterstützung bei den Integrationsbestrebungen in Richtung Europa. Dabei sei neben dem Ausbau der Marktwirtschaft auch die Verfestigung der Grundlagen einer Bürgergesellschaft wichtig, die Verankerung der Medienfreiheit, der Menschenrechte und anderer demokratischer Grundfreiheiten. (Reuters, APA, jwo, DER STANDARD Print-Ausgabe 12. Oktober 2001)