Wien - Das Telefon in der Brusttasche, drahtlos verbunden mit einem Kopfhörerset mit Mikrofon - ein Beispiel, wie Kabelgewirr zwischen verschiedenen Endgeräten via Funktechnologie "Bluetooth" (engl. Blauzahn) gelöst werden kann. Rund 400 Produkte wurden seit der Festlegung des Bluetooth-Standards im Jahr 1998 mit dieser Technologie ausgestattet, sagt Johan Akesson, Bluetooth-Stratege von Ericcson. Weil dieser Datenfunk für Sprache, Texte oder gar Videos in einem Umkreis von bis zu 30 Metern nicht via Kabel oder Handynetz, sondern auf dem weltweit kostenlosen Frequenzband von 2,45 Gigahertz funktioniert, gilt Bluetooth als interessante und kostengünstige Alternative. Kompatibilitätsprobleme Warum Bluetooth für den Massenmarkt nur langsam lukrativ wird, sei laut Akesson auf Kompatibilitätsprobleme sowie die angespannte wirtschaftliche Situation zurückzuführen. Der mittlerweile auch bei PCs oder Laptop-Rechnern eingebaute Bluetooth-Chip, mit dem drahtlos Daten zum Drucker - der ebenso einen Blauzahn-Chip hat - geschickt werden können, war bisher zu teuer. Im Vergleich zum Kabelgewirr, das etwa zwei Dollar (ca. 32 S) kostet, war ein implantierter Blauzahn-Chip bis Ende 2000 nicht unter 35 Dollar erhältlich. Zurzeit kostet am Weltmarkt ein Bluetooth-Chip zwischen zehn und 20 Dollar, sagt Akesson. Reif für den Massenmarkt seien die "Blauzähne" Ende 2002. Ericsson will mit Sony - beide Konzerne haben zum 1. Oktober ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet - auch für die dritte Handygeneration (UMTS) bis Mitte 2002 Bluetooth-Handys auf den Markt bringen. (jake)