Batman - Wegen einiger Artikel in kurdischer Sprache ist eine Lokalzeitung in der südostanatolischen Stadt Batman gerichtlich verboten worden. Das seit Anfang Oktober auf Türkisch erschienene Blatt "Batman Dogus" habe ohne Erlaubnis seit vier Tagen eine Rubrik in Kurdisch abgedruckt, begründete das Gericht seinen am Freitag gefassten Beschluss. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete, war erst vor wenigen Tagen eine Wochenzeitung mit der gleichen Begründung verboten worden. Grundsätzlich dürfen Zeitungen in der Türkei auch auf Kurdisch erscheinen. Sie werden aber von den Behörden streng überwacht. Größere Sprachfreiheit beschlossen Erst vergangene Woche hatte das türkische Parlament mit großer Mehrheit die umfassendste Verfassungsreform der letzten 20 Jahre beschlossen, die unter anderem eine größere Sprachfreiheit für die Kurden vorsieht. Bisher untersagte die Verfassung die "Verbreitung von Gedanken in einer gesetzlich verbotenen Sprache". Dieses Verbot wurde aufgehoben, was grundsätzlich den Weg zur Zulassung kurdischsprachiger Rundfunk- und Fernsehsender ebnet. Allerdings sieht auch die reformierte Verfassung vor, dass diese erweiterte Sprachfreiheit etwa aus Gründen der "nationalen Sicherheit" wieder eingeschränkt werden kann. Die insgesamt 34 Verfassungsänderungen sollen die Rechte der Bürger stärken und die Türkei auf dem Weg zur angestrebten Mitgliedschaft in der Europäischen Union voranbringen. Die Änderungen, die noch in Gesetzen und Verordnungen umgesetzt werden müssen, enthalten teilweise jedoch Einschränkungen, die die Durchschlagskraft des Reformwerks bremsen. (APA/dpa)