Wien - Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (V) fordert den völligen Neubeginn der Verhandlungen über die Verwaltungsreform. "Ich hielte es für gescheit, wenn sich die Vizekanzlerin (Susanne Riess-Passer (F), Anm.) und die politischen Spitzenexponenten in eine Art Steuerungskomitee zurückziehen und unter sich ein professionelles Projekt- und Leitungsteam installieren", so Leitl in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Samstag-Ausgabe). Er halte die Situation in Sachen Verwaltungsreform für so verfahren, dass nach den monatelangen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern ein Neustart notwendig sei, betonte der Wirtschaftskammer-Präsident. Leitl sieht durch die Verwaltungsreform ein Einsparungspotenzial von bis zu 50 Milliarden Schilling, weit mehr als sich die Regierung vorgenommen hat. Leitl fordert eine finanzielle Quantifizierung samt Konzept und Zeitplan. Das alles solle "von Profis umgesetzt" werden. Besonders in den Ministerien sieht er Möglichkeiten. "Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat in seinem Ministerium gezeigt, dass man 20 Prozent einsparen kann. Grasser als Messlatte für alle Dienststellen der Republik wäre für mich absolut nachvollziehbar." Bei der Bundesstaatsreform müsse der Neubeginn so aussehen, dass die Regierung sagt, "so vergessen wir einmal alles, was bis jetzt war. Beginnen wir mit einer neuen Reform und in diese setzen wir dann eine Bürokratiereform ein", so Leitl. Das heiße, dass man zuerst die Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden klären müsse "und dann machen wir die Instrumente, die Verfahrensweisen so, dass sie modern, straff und kostengünstig sind". Die Konzeption müsste bis Sommer 2002 "ganz locker stehen". (APA)