Mainz/Wiesbaden - In Frankfurt am Main ist eine angebliche Todesliste mit 106 Gegnern der in Afghanistan regierenden Taliban aufgetaucht. Die Liste wird derzeit auf ihre Echtheit überprüft, Namen würden bei Gefährdungsanalysen berücksichtigt, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA), Birgit Heib, am Montag in Wiesbaden. Nach Angaben des TV-Magazins "Report Mainz", dem das vierseitige Papier zugespielt wurde, halten sich vier auf der Liste genannten Personen in Deutschland auf. Die von Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar unterzeichnete und in der Landessprache verfasste Liste sei unter anderem an illegale Botschaften und Konsulate des Regimes verschickt worden. Sie stamme aus dem Umfeld der inzwischen geschlossenen Vertretung der Taliban in Frankfurt. Unter den 106 Genannten befinden sich den Angaben zufolge unter anderem Anhänger des früheren Königs Mohammed Zahir Schah, aber auch Sozialisten, Kommunisten sowie Angehörige der Nordallianz und Abtrünnige der Taliban. Hinter einigen Namen finde sich die Anmerkung "killed" (getötet). Recherchen von "Report Mainz" zufolge sollen einige der aufgelisteten Personen erst kürzlich Anschlägen zum Opfer gefallen sein. Alle im Laufe der vergangenen zwölf Monate umgebracht Taliban-Gegner seien in Pakistan erschossen worden. (APA/AP/dpa)