Wien - Die Terroranschläge in den USA und die Angst vor weiteren Attacken haben in der Septemberbilanz des Wien-Tourismus tiefe Spuren hinterlassen. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres sind die Übernachtungszahlen in der Bundeshauptstadt um 5,7 Prozent auf 771.000 zurückgegangen. Die kräftigsten Einbrüche gab es im September bei US-Gästen und Besuchern aus Japan mit einem Minus von 31 beziehungsweise acht Prozent. Aus Deutschland wurden um fünf Prozent weniger Nächtigungen registriert. Erlebnisdefizite Abgesehen von der Terrorangst hat Österreichs Tourismus auch noch an einer anderen Front zu kämpfen. Einer Umfrage unter Fremdenverkehrsorganisationen zufolge biete das Tourismusland Österreich zwar viel schöne Natur, gute Ausflugsmöglichkeiten und Gastronomie - Erlebnisangebot und Freizeitinfrastruktur würden jedoch zu wünschen übrig lassen. Die Umfrage erfolgte im Rahmen des vom Wirtschaftsministerium initiierten Projekts DMMA (Destinations Management Monitor Austria). Befragte Gäste gaben an, dass sie Verbesserungsmöglichkeiten vor allem beim Veranstaltungs- und Erlebnisangebot sowie beim Nachtleben sehen. Durch das DMMA seien erstmals vergleichbare Eckdaten verfügbar, ein Vergleich verschiedener Regionen mittels Stärken- und Schwächen-sowie Chancen- und Risikenanalysen sei nun möglich, sagte Tourismusstaatsekretärin Mares Rossmann am Montag. Beim jüngsten DMMA-Treffen Anfang Oktober seien Schritte zu Veränderungen gesetzt worden. Auch Tourismusregionen aus Deutschland, der Schweiz und Italien würden ähnliche Projekte mit Unterstützung des österreichischen Projektteams planen. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 16.10.2001)