Houston - Wissenschaftler des Baylor College of Medicine haben herausgefunden, warum das Bruskrebs-Risiko bei frühgebärenden Frauen niedriger ist. Das Team um Bert O'Malley identifizierte eine natürlich im Körper vorkommende Substanz, die gegen eine Erkrankung schützen kann. Hormone, die während der Schwangerschaft freigesetzt werden, lösen Veränderungen im Brustgewebe der jungen Frauen aus. Basierend auf diesen Erkenntnissen könnte in einigen Jahren ein gegen die Erkrankung schützendes Medikament entwickelt werden, berichten die Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) . In Experimenten waren jene Ratten und Mäuse gegen eine Brustkrebs-Erkrankung geschützt, denen man natürliche Hormone verabreichte, die eine Schwangerschaft nachahmten. Wurde den Tieren eine bekannte krebserregende Substanz injiziert, entwickelten sie in der Folge weniger Brusttumore als erwartet. O'Malley erklärte gegenüber BBC News Online, dass in Zukunft ein nicht-toxisches Verfahren wie die Kombination von Medikamenten oder Hormonen eine Resistenz gegen diese Krebsform gewährleisten könnte. Tierexperimente zeigten, dass Schwangerschaftshormone das Gen p53 beeinflussen, das seinerseits ein tumorunterdrückendes Protein produziert. Es wird davon ausgegangen, dass diese Erkenntnisse auch auf den Menschen zutreffen. Bei jungen Frauen, deren Brustgewebe sich noch entwickelt, dürfte dieser Mechanismus zu einem lebenslangen Schutz führen. Laut O'Malley ist dieser Effekt bei Müttern am stärksten ausgeprägt, die vor dem 20. Lebensjahr geboren haben. Epidemiologische Hinweise haben schon lange auf eine Verbindung zwischen frühen Schwangerschaften und einem verringerten Brustkrebs-Risiko hingedeutet. Rund zehn Prozent der Frauen, die in der westlichen Welt leben, werden im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. (pte)