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Hamburg/Ludwigshafen - In der Debatte um einen vorübergehenden Stopp der US-Bombenangriffe gegen Afghanistan gerät Deutschlands Außenminister Joschka Fischer (Grüne) in seiner eigenen Partei zunehmend unter Druck. "Wir erwarten, dass Fischer jetzt die Grünen-Position gegenüber den USA vertritt", zitiert die "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe) Sachsen-Anhalts Grünen-Chef Thomas Bichler. Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Winfried Hermann forderte Fischer auf, Farbe zu bekennen. "Als grüner Außenminister muss Fischer in der Regierung dafür werben, dass unsere Positionen umgesetzt werden." Der Parteirat der Grünen hatte sich am Montag für eine Unterbrechung der Bombardements auf Afghanistan ausgesprochen. Partei-Chefin Claudia Roth hatte im Anschluss an ihre Reise nach Pakistan eine Unterbrechung der Angriffe gefordert, um hilfsbedürftige Menschen in Afghanistan versorgen zu können. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Klaus Müller, Mitglied im Parteirat der Grünen, verteidigte Roth gegen Angriffe des Koalitionspartners SPD. Die Forderung nach einer Feuerpause in Afghanistan habe Sinn, sagte er der Ludwigshafener Zeitung "Rheinpfalz". Dafür gebe es zwei Gründe: der Zusammenhalt der internationalen Anti-Terror-Koalition gerate ins Wanken, und in Afghanistan drohe eine humanitäre Katastrophe. Wenn das heute für Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) noch kein so großes Problem sei, könne sich das "in den nächsten Wochen ändern". Laut Müller sind die Grünen unverändert für den Militärseinsatz. Sie sollten aber deshalb das Selbstbewusstsein haben, die Frage nach der Zielgerichtetheit und der Effizienz der Angriffe zu thematisieren. (APA)