Baltimore - Der Schmerz, den Amputations-Patienten im Stumpf empfinden, hat einen anderen Ursprung als jener, der in Phantomgliedern auftritt. Zu diesem Ergebnis ist laut BBC eine Studie der Johns Hopkins University gekommen. Diese Erkenntnis liefert entscheidende Hinweise darauf, welches Schmerzmittel für welchen Schmerz am geeignetsten ist. So stellte sich heraus, dass Morphium bei beiden Schmerzarten gute Ergebnisse erzielt. Das Schmerzmittel Lidocaine konnte jedoch nur den Schmerz im Stumpf stillen, berichteten die Forscher auf dem Annual Meeting der American Society of Anesthesiologists (ASA) in New Orleans. Bei Schmerzen im Stumpf wird davon ausgegangen, dass sie durch Nervenverletzungen im Bereich der Amputation hervorgerufen werden. Diese Verletzungen führen in der Folge zur Bildung von so genannten Neuromen, gutartigen Geschwüren, die sich am Ende der verletzten Nervenfasern bilden. Die Tumore können willkürlich Schmerzimpulse auslösen oder Schmerzsignale freisetzen, wenn sie von anderem Gewebe wie Muskeln eingeengt werden. Bei Phantomschmerzen wird angenommen, dass ihren Ursprung im Gehirn haben. Im Test stellte sich heraus, dass Lidocaine, ein Medikament, das vor allem im peripheren Nervensystem wirksam ist, bei Phantomschmerzen keine Linderung brachte. Morphium hingegen beeinflusst das periphere Nervensystem und das Zentralnervensystem. An der Studie nahmen 32 Amputations-Patienten teil. Zwölf Patienten litten unter Schmerzen im Stumpfbereich, neun berichteten von Phantomschmerzen. Bei elf Teilnehmern trat eine Kombination von beiden Schmerzarten auf. An drei aufeinanderfolgenden Tagen erhielt jeder der Patienten entweder eine Morphium-, eine Lidocaine- oder eine Placebo-Injektion. Im Zeitraum 30 Minuten vor bis 30 Minuten nach der Injektion wurde alle fünf Minuten das Ausmaß der Schmerzen und die Zufriedenheit der Patienten aufgezeichnet.(pte)