Diese Erweiterung des herbstlichen Speiseplans verdanken wir vor allem den Römern, wo Maronen bereits in der Antike gerne zum Wein gereicht wurden. Um 800 nach Christus waren Kastanienbäume wesentlicher Bestandteil des Gartens. Auch schon seit langem bei uns beheimatet, waren Esskastanien bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts das "Brot des kleinen Mannes" Unterschieden wird zwischen Maronen und gewöhnlichen Esskastanien. Maronen sind herzförmig mit flacher, dreieckiger Unterseite und kleiner als Esskastanien, dafür aber schmackhafter. Die gewöhnlichen Esskastanien sind von der Form her runder. Beim Schälen lässt sich die innere Haut um die Frucht nur schwer lösen. Am leichtesten lässt sich die Schale abziehen, wenn man die Früchte kreuzweise einritzt und sie dann für circa zehn Minuten in den Backofen schiebt oder sie 15 Minuten lang kocht. Le pain de la forêt Ess- und Rosskastanien sind nicht miteinander verwandt. Maronenbäume bringen als Blüten keine Kerzen hervor, sondern längliche Kätzchen, die nach frischem Brot riechen. Daher werden sie gelegentlich auch Brotbäume genannt bzw. in Frankreich „pain de la forêt“ (Brot des Waldes). Erst nach 25 Jahren trägt der Maronenbaum die erste Früchte. Geerntet werden sie von Ende September bis Ende Oktober. Am besten gedeihen sie in Gebieten mit Weinbau-Klima. Kultiviert werden sie dementsprechend vor allem in Italien, Korsika, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Russland und im Südwesten von Deutschland. Zu den größten Abnehmer zählen in der Hochsaison vom Beginn der Erntezeit bis Februar vor allem die Maronibrater mit ihren Ständen. Insgesamt werden pro Woche zwischen 45 bis 50 Tonnen verkauft (!). Einfach köstlich Maronen schmecken nicht nur ausgezeichnet, sondern sind auch gesundheitlich wertvoll. Sie liefern viele Mineralstoffe, vor allem Kalium und Magnesium. Maronen sind nicht so fettreich wie andere Nüsse und Samen, sie enthalten nur knapp halb so viele Kalorien, andere wichtige Inhaltsstoffe sind Vitamin B1, B2, B6, C, E und Folsäure. In vielen Weingegenden, zum Beispiel in der Südsteiermark, wird im Herbst junger Most oder Sturm zusammen mit frisch gerösteten Maronen verzehrt. Die Esskastanien eignen sich aber nicht nur zum Rösten, sondern auch für viele andere Zubereitungen: glasiert oder kandiert, als Füllung fürs Martinigansl, als Beilage zu Wildspezialitäten , zusammen mit Rotkohl oder Kohlsprossen gekocht oder - mit Vanille abgeschmeckt und mit Schlagobers serviert - als gehaltvolles Dessert - "Kastanienreis". (h-atz)