Jerusalem - Nach der Ermordung von Tourismusminister Rehavam Zeevi hat die israelische Regierung von der palästinensischen Autonomiebehörde ultimativ die Auslieferung der Verantwortlichen gefordert. Ansonsten werde die Regierung von Präsident Arafat als Terrorgruppe betrachtet, erklärte Kabinettsekretär Gideon Saar am Mittwochabend. Aus hohen diplomatischen Kreisen verlautete, Israel kenne die Identität der Attentäter. Die Liste mit den Namen würde in Kürze den palästinensischen Behörden übergeben, damit sie festgenommen werden könnten. Saar warf Arafat vor, er lasse militante Gruppen frei gewähren. "Diese Art von Schutz ist genau der, wie ihn auch die Taliban in Afghanistan gewähren", sagte er weiter. Ministerpräsident Ariel Sharon kündigte "einen Krieg bis zum Ende gegen Terroristen, ihre Helfer und Auftraggeber" an. Wenige Stunden nach dem Mordanschlag auf den Ultrarechten nahm die palästinensische Polizei am Abend nach Augenzeugenberichten den Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), Ali Jaradat, fest. Die Organisation hatte sich zu dem Attentat bekannt und erklärt, dies sei die Vergeltung für die Tötung ihres Führers Abu Ali Mustafa im August durch die israelische Armee. Aus Palästinenser-Kreisen war verlautet, Arafat habe alle Sicherheitskräfte angewiesen, die für dieses Attentat verantwortliche Gruppe zu suchen und sie zu festzusetzen. Arafat habe auch angeordnet, hart gegen alle vorzugehen, die gegen die Waffenruhe mit Israel verstießen. (APA)