Wien - Der österreichisch-schwedische Edelstahlerkonzern Böhler-Uddeholm ist für heuer weiter zuversichtlich, trotz spürbarer Konjunkturflaute im laufenden 2. Halbjahr an das Rekordjahr 2000 "sehr gut anschließen zu können". Konzernchef Claus Raidl sagte am Donnerstag auf der Gewinn-Messe, dass man den Rekordumsatz von 20,4 Mrd. S im Vorjahr "nicht weit verfehlen" und das operative Ergebnis (EBIT) moderat schwächer ausfallen werde (2000: 1,73 Mrd. S/125,7 Mill. Euro).Raidl rechnet mit schwierigem Jahr Für 2002 rechnet Raidl mit einem "ganz schwierigen Jahr". Die Konjunktur werde "jetzt schwächer". Weltweit würden nun weniger PC, Chips oder andere Güter, für die Böhler-Uddeholm Edelstahl liefere, produziert. Raidl sprach in diesem Zusammenhang von einer "Sättigung der Technologiemärkte". "Da spüren wir schon den Rückgang, erst 2003 dürfte wieder besser werden." "Downstreaming" soll helfen Den Konjunkturabschwung hofft der Böhler-Chef mit verstärktem Downstreaming - also weiterverarbeiteten und damit höherwertigeren Edelstahlprodukten, die margenträchtiger sind - abfedern zu können. In der Schmiedetechnik, die als kleinste Division des Konzerns vor allem der Flugzeugindustrie zuliefert und die seit Jahren stets ein starkes Wachstum aufwies, soll nach den Terroranschlägen in den USA nun "vorsichtiger" agiert werden. Bisherige Aufträge seien angesichts der Krise der Luftfahrt nicht storniert worden, aber ein Ausbau der Fertigungskapazität sei derzeit im Gegensatz zu den beiden Divisionen Langprodukte und Bandstahl nicht geplant. Böhler-Uddeholm liefert geschmiedete Edlestahlkomponenten unter anderem für die zwei großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus. Raidl: "Osterweiterung sehe ich positiv" Zur EU-Osterweiterung sagte Raidl, er stehe ihr "nur positiv" gegenüber und sehe sie als "wirtschaftlich wirklich sinnvoll". In Osteuropa gebe es "enormen Bedarf" für Konsumgüter wie Fernseher oder Waschmaschinen. "Da profitieren wir schon sehr", so Raidl. So habe man allein in Ungarn den Umsatz seit der Ostöffnung vervierfacht, daneben bediene Böhler auch die Märkte in Polen und der Slowakei. Vorsichtig sei man hingegen in Rumänien und Bulgarien, wo die Nachfrage nach speziellen Edelstahlprodukten noch gering sei. (APA)