München - Der Terroranschlag auf das World Trade Center hat neben den beiden Hochhaustürmen 50 benachbarte Gebäude schwer beschädigt oder ebenfalls zum Einsturz gebracht. Allein die volkswirtschaftlichen Sach- und Kostenschäden des Centers und der Versicherten in der Nachbarschaft werden auf bis zu zwölf Mrd. Dollar (13,30 Mrd. Euro/183 Mrd. S) geschätzt, wie die Münchener Rückversicherung am Donnerstag mitteilte. "Mehr als 150.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz."Wiederholung ist sehr unwahrscheinlich Die bisherige Auffassung, dass eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Taten "sehr unwahrscheinlich" sei, sei überholt, erklärte die Münchener Rück. Die Versicherung politischer Risiken weltweit müsse grundlegend überdacht werden. Das gelte vor allem für die Deckung von Terrorgefahren durch Erst- und Rückversicherungen. Die Katastrophe habe die Schließung von ganz Süd-Manhattan zur Folge gehabt. Banken, Versicherungen, Makler und andere Unternehmen hätten ihre Geschäftstätigkeit unterbrechen oder einstellen müssen. Das habe zu erheblichen Miet- und Ertragsausfällen sowie Mehrkosten geführt. Die gesamte Infrastruktur sei zusammengebrochen, Brücken- und Tunnelbetreiber, U-Bahnen und Fähren hätten den Betrieb einstellen müssen. Die Hauptschadenslast müssten die Versicherungszweige Luftfahrt, Gebäude, Betriebsunterbrechung, Leben und Arbeiterunfall tragen.Die Münchener Rück selbst rechnet mit Schadenaufwendungen von 2,1 Mrd. Euro (28,9 Mrd. S), die Allianz mit einer Mrd. Euro auf Grund der Anschläge. (red, DerStandard, Printausgabe, 19.10.2001)