Wien - 14 Monate nach dem Kauf der Postsparkasse (P.S.K.) schließt die Bawag die Integration der P.S.K. in die neue drittgrößte Bankengruppe Österreichs ab. Seit 1. Oktober ist die neue Geschäftsfelderaufteilung wirksam. An der Zwei-Marken-Strategie hält Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner strikt fest. Es gebe keine integrationsbedingten Kündigungen, Pensionierungen oder Gehaltsverschlechterungen, was Elsner als "Unikat" bezeichnete, wenn man die Zusammenschlüsse in Europa, nicht nur bei den Banken, ansehe. Die Bawag/P.S.K.-Gruppe beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter. Ziel sei es, dass mithilfe der Automation auf Sicht alle Kunden der Gruppe in jeder Bawag-Zweigstelle und in jedem Postamt ihre Geschäfte machen können. Ab 2004 sollen auch Bawag-Kunden in jedes Postamt kommen und Bankgeschäfte abwickeln können. Keine Kundenverluste befürchtet Elsner im Zuge der Schließungen Hunderter kleiner Postämter. Geschlossen würden nur jene Kleinstpostämter, in denen nur eine Person oder gar nur Teilzeitkräfte beschäftigt seien und relativ wenig Bankgeschäft gemacht wird. Neben dem Mehrheitsaktionär ÖGB hält die Bayerische Landesbank (BayernLB) 46 Prozent der Aktien der Bawag. BayernLB-Chef Werner Schmidt hatte zuletzt erklärt, er wünsche sich nach der Umstrukturierung der BayernLB auch den Einstieg anderer Bankaktionäre. Aus heutiger Sicht habe die Bawag nicht vor, sich im Gegenzug an der BayernLB zu beteiligen. Zum Trend weiterer Fusionen und Konzentrationen auch in der Kreditwirtschaft sagte der Chef der Bawag/ P.S.K.-Gruppe am Donnerstag bei der "Gewinn-Messe", er bezweifle, dass die Bankenwelt eine Entwicklung wie die Autoindustrie nehme und nur Giganten übrig blieben. (APA)