Quetta - Der Taliban-Botschafter Abdul Salam Zaeef hat bei seiner Rückkehr nach Pakistan nach eigenen Angaben einen Plan zur Lösung des Konflikts mit den USA mitgebracht. "Ich habe einen Plan mitgebracht, ich werde ihn mit pakistanischen Behörden besprechen und danach veröffentlichen", sagte Zaeef am Freitag am Flughafen von Quetta vor seiner Weiterreise in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Zaeef nannte keine Einzelheiten. Er hatte etwa eine Woche in Afghanistan zu Gesprächen mit Taliban-Anführern verbracht. Berichte über eine Spaltung in den Reihen der Taliban wies er zurück. Muttawakil will Chance für "moderate" Kräfte Nach Informationen von Diplomaten soll der als Außenminister der Taliban fungierende Abdul Wakil Muttawakil die USA aufgefordert haben, die Intensität der Luftangriffe zu verringern, damit "moderate" Kräfte in der Taliban-Führung ihre Haltung bezüglich des von den Amerikanern als Terrordrahtzieher gesuchten Islamisten Osama Bin Ladens "überdenken" könnten. Pakistan sei gebeten worden, den USA dieses Angebot zu überbringen, hieß es. US-Außenminister Colin Powell war am Dienstag mit dem pakistanischen Staatschef General Pervez Musharraf zusammengetroffen. Muttawakil hat nach Angaben von Mitarbeitern des früheren Königs Mohammed Zahir Schah Kontakt mit der Gefolgschaft des Ex-Monarchen gehabt. Die Taliban-Führung hatte arabische Medienberichte zurückgewiesen, wonach Muttawakil überlaufen wolle. Der seit 1973 in Italien exilierte König steht im Mittelpunkt von Bemühungen, eine breite Koalition zu bilden, die nach dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan installiert werden soll. Taliban: "Haben die Lage unter Kontrolle" Die Taliban und ihr oberster Führer Mullah Muhammad Omar haben nach Darstellung ihres Botschafters in Pakistan, Abdul Salam Zaeef, die Lage in Afghanistan "völlig unter Kontrolle". Bei seiner Rückkehr nach Islamabad betonte Zaeef am Freitag, es gebe keine Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Führung. Informationen über den Einsatz von US-Bodentruppen in Afghanistan habe er nicht, "aber wenn sie landen, sind wir bereit zu kämpfen", betonte der Botschafter.