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Wien - "Die österreichische Bevölkerung und die Krankenkassen geben jährlich große Summen für Zahnbehandlung und Zahnersatz aus. Erkrankungen des Zahnhalteapparates und Karies verursachen einen hohen Teil dieser Kosten. Gerade diese Erkrankungen können durch Vorsorge praktisch vermieden werden." - Dies erklärte Univ.-Prof. DDr. Michael Matejka, Leiter der Abteilung für Parodontologie und Prophylaxe der Wiener Universitätszahnklinik diese Woche anlässlich der offiziellen Eröffnung der Abteilung. "In puncto Finanzierung der zahnmedizinischen Betreuung ist ein Umdenken das Gebot der Stunde", so Prof. Matejka laut einer Aussendung am Freitag. Bisher seien Leistungen wie Zahnfleischbehandlung oder Zahntaschenreinigung von den Patienten privat zu begleichen und würden daher wesentlich seltener in Anspruch genommen als erforderlich. Nur ein Drittel der Patienten, die Vorsorge für wichtig halten, nehmen entsprechende Behandlungen in Anspruch, wie aktuelle Studien der Wiener Zahnklinik zeigten. Prophylaxe sei wichtiger, einfacher und billiger als aufwendige Therapie, betonte Univ.-Prof. DDr. Georg Watzek, Vorstand der Wiener Universitätszahnklinik. Er untermauert dies mit klaren Zahlen: Würden heute noch so viele Zahnextraktionen vorgenommen werden wie vor 25 Jahren, hätte die Gebietskrankenkasse 1998 beispielsweise 2,83 Mrd. Schilling dafür ausgeben müssen. Dank dem Vorsorge- und Pflegebewusstsein der Österreicher seien tatsächliche Kosten in der Höhe von 1,42 Mrd. Schilling angefallen. Das entspreche einer Kostenreduktion im Vergleich zur Ausgangssituation von 49,8 Prozent. (APA)