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foto: apa/khan
New York - Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat Vorsorge für die Aufnahme von 100.000 bis 200.000 Flüchtlingen aus Afghanistan im Nachbarland Pakistan getroffen. Das berichtete UNHCR-Hochkommissar Ruud Lubbers am Freitagabend in New York. Zu den Vorbereitungen der UN für die erwarteten Menschen gehörten unter anderem Sicherheitsvorkehrungen, Straßen und Wasser. Gleichzeitig bedränge das Flüchtlingshilfewerk die Regierung in Islamabad, "flexibler an den Grenzübergängen zu sein", sagte Lubbers. Er versuche, Pakistan klar zu machen, dass die Flüchtlinge wirklich nur vorübergehend in ihrem Lande Schutz suchten. Diese Menschen seien schon einmal vor den russischen Truppen in das westliche Nachbarland geflüchtet, seien dann nach Afghanistan zurückgekehrt und jetzt wiedergekommen. Außerdem passierten die meisten gar nicht die Grenze, sondern flüchteten aus den Städten auf das Land oder in die Berge. Die Zahl der afghanischen Flüchtlinge könnte nach UNO-Schätzungen in den kommenden Wochen dramatisch steigen. Im schlimmsten Fall sei zu befürchten, dass 1,5 Millionen Menschen aus Angst vor den US-Bombenangriffen das Land in Richtung Pakistan oder Iran verlassen, sagte Lubbers am Freitag in New York. Bereits jetzt seien die Städte Kandahar und Jalalabad praktisch menschenleer. Lubbers sagte, die meisten Bewohner seien in die Berge geflüchtet und versuchten derzeit nicht, über die abgeriegelten Grenzen nach Pakistan oder in den Iran zu gelangen. Er forderte beide Länder auf, die Grenzen wieder zu öffnen. Pakistan, das bereits zwei Millionen Afghanan beherbergt, hat offiziell einen Aufnahmestopp für neu ankommende Flüchtlinge verhängt. Trotzdem sind seit Beginn der Militärschläge am 7. Oktober Schätzungen zufolge rund 60.000 Flüchtlinge über Bergstraßen ins Land gekommen. Die Situation an der Grenze ist nach UNO-Angaben katastrophal. Die Menschen kämen ohne Lebensmittel und viele suchten Familienangehörige, berichtete ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. (APA/dpa)