Innsbruck - Der Streit in der Tiroler FPÖ geht weiter. Der zurückgetretene FP-Chef LAbg. Christian Eberharter hat am Montag der mit seiner früheren Funktion betrauten Plattform unter Führung von Siegfried Dillersberger und Klubobmann Johannes Lugger vorgeworfen, statutenwidrig zu handeln. Außerdem sei das von der Bundes-FP gegen ihn ausgesprochene Funktionsverbot nicht im Parteistatut enthalten, betonte Eberharter. Im Gegensatz zur Plattform habe er sich immer an das Parteistatut gehalten und sich daher auch am vergangenen Wochenende neuerlich zum Bezirksparteiobmann wählen lassen. Mit seinem Rücktritt von der Landesparteiobmann-Funktion habe er den Weg für einen Neuanfang freimachen wollen. Eberharter kündigte an, einen Rechtsanwalt in der Causa bemühen zu wollen, "und dann werden wir aufzeigen, wo überall das Statut gebrochen wurde". Seine Kontrahenten würden die Parteigesetze "biegen, wie sie es brauchen". Daher akzeptiere er auch nicht das Funktionsverbot. Zuständig sei lediglich das Parteischiedsgericht, "ich bin mir aber keiner Schuld bewusst". "Gipfel der Unverschämtheit" Weder Dillersberger noch Lugger seien außerdem berechtigt, zu einem Landesparteitag einzuladen. Dies sei "der Gipfel der Unverschämtheit", meinte Eberharter unter Hinweis auf die ersten verschickten Einladungen. Im Falle des Rücktritts des Landesparteiobmannes stehe dies laut Statut dem ältesten Mandatar zu. Ein Parteivorstand könne "nie ein Statut außer Kraft setzen", sagte Eberharter. Dillersberger und Lugger warf Eberharter "illegales Verhalten" vor, "sie brechen das Statut, wo sie es brauchen". Erfreut sei er über die österreichweite Zustimmung, die er seit seinem Rücktritt und seiner Wiederwahl als Bezirksparteichef erhalten habe. Aus fast allen Bundesländern hätten ihn Parteifreunde bestärkt und gemeint, "das ist der richtige Weg, Eberharter". Ex-FP-Obmann Haider sieht das anders Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) ist der zurückgetretene Tiroler FP-Chef LAbg. Christian Eberharter als Bezirksobmann von Schwaz "nicht wiedergewählt". Haider verwies am Montag am Rande eines Pressegesprächs in Klagenfurt auf das Funktionsverbot, mit dem Eberharter belegt worden sei. "Wenn Eberharter dies nicht zur Kenntnis nimmt, dann droht ihm ein Parteiausschluss", sagte Haider weiters. "Wir lassen nicht jene Zustände einreißen, wie sie in der ÖVP-Tirol herrschen", fügte der Altparteiobmann hinzu.(APA)