Wien/Innsbruck - Die FPÖ hat seit dem Wochenende zwei Personalprobleme mehr: Durch einen Bericht im Format wurde vorzeitig bekannt, dass die Generalsekretärin Theresia Zierler spätestens zu Jahresende aus dieser Funktion ausscheiden will. Eine Frage der Prioritäten Für Zierler ist das nichts Besonderes: Ihr Pendlerdasein in der bisherigen Dimension sei ihr zu viel geworden, nachdem ihr sechseinhalbjähriger Sohn seit Herbst in Graz die Schule besucht. "Mein Sohn braucht mich jetzt." Es sei etwas "Alltägliches" bei Frauen, in der Frage Karriere und Familie Prioritäten zu setzen. Zierler, die seit ihrer Wahlniederlage bei der Steiermark-Wahl vor einem Jahr von Rücktrittsgerüchten begleitet worden war, betonte, ihr Schritt sei nicht auf eine Parteikrise zurückzuführen. Nachfolge Indes hat FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" (Montag-Ausgabe) zufolge bestätigt, dass FPÖ-Bildungssprecher Karl Schweitzer die Zierler-Nachfolge antreten soll. Außerdem äußerte sie Verständnis für die privaten Rücktrittsgründe Zierlers. In Wien will man vorläufig nichts von einer Parteikrise wissen. Fall zwei Etwas komplizierter stellt sich der Fall des Tiroler Landesparteichefs Christian Eberharter dar. Eberharter hatte am 18. Oktober seine Funktion zurückgelegt und am 19. Oktober darüber spekuliert, seine politische Zukunft mit Parteifreunden, den "wirklichen Freiheitlichen", zu bereden. Seine Ankündigung: Man müsse die Partei auf den "richtigen Weg bringen". Am Samstag, dem 20. Oktober, erreichte Eberharter daraufhin ein Fax von Parteichefin Susanne Riess-Passer, in dem ihm ein einjähriges Funktionsverbot auferlegt wurde. Und wieder einen Tag später war in Strass im Zillertal Bezirksparteitag des Bezirks Schwaz: Seine Ankündigung, wieder als Bezirksparteiobmann kandidieren zu wollen, wurde von den Versammelten mit Applaus bedacht. Eberharter wurde von 87 Prozent als Bezirksparteiobmann bestätigt. Sein ebenfalls wiedergewählter Stellvertreter, Reinhard Fankhauser, forderte sogar Riess-Passer zum Rücktritt auf. Nun wird erwartet, dass das Wahlergebnis vom Sonntag aufgehoben wird, was die Tiroler FPÖ in weitere Schwierigkeiten stürzen könnte. (cs, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 22.10. 2001/APA/red)