Berlin - Nach der Niederlage der CDU bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat CSU-Generalsekretär Thomas Goppel vor einer neuen Debatte um die Führungsstärke von CDU-Chefin Angela Merkel gewarnt. "Das war eine Wahl ähnlich einer Kommunalwahl, mit landespolitischem Charakter", sagte Goppel am Montag im Deutschlandfunk. Er wüsste nicht, warum nun über einen Neuanfang ohne Merkel nachgedacht werden sollte. Er räumte aber ein: "Natürlich wird es welche geben, die sagen, dass kann man ihr auflasten. Das ist dann die Frage, nimmt man es auf oder nimmt man es nicht auf." Nun komme es darauf an, gemeinsam eine Linie zu tragen. Die CDU war bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am Sonntag um rund 17 Prozentpunkte auf 23,7 Prozent der Stimmen eingebrochen. Die Spitzen der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien kommen am Montag zu Beratungen über die Konsequenzen aus dem Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften die Optionen für eine Koalition in der Hauptstadt stehen, nachdem der rot-grüne Minderheitssenat keine Mehrheit erreichen konnte. Als Alternativen stehen eine so genannte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und der wieder ins Abgeordnetenhaus eingezogenen FDP oder eine Koalition von SPD und PDS zur Debatte. Bei der CDU will die Parteiführung nach der Wahlschlappe aggressiver gegen die anhaltende Kritik aus den eigenen Reihen reagieren. Auch die Diskussion über den Zeitpunkt für die Nominierung eines Unions-Kanzlerkandidaten dürfte weiter gehen. (APA/Reuters)