Wien - Hans Benke prophezeit: "Der Stau wird weiter bestehen." Der Bezirksvorsteher vom Alsergrund (SP) ist da sicher - auch wenn der Versuch, auf der Roßauer Lände eine Parkspur einzurichten, abgebrochen wird. DER STANDARD berichtete über die Aufregung.Großzügige Medienverbünde(te)n Das frühe Ende der "sinnvollen Maßnahme" bedauert Benke, "denn das hätte man sich länger anschauen müssen - aber der öffentliche Druck war zu groß". Vermutlich ebenso groß war das Unbehagen der Stadtpolitiker vor großen Medienverbünde(te)n, niederösterreichischen Politikern und Autofahrerclubs, die sich allesamt auf die Seite der Autofahrer geschlagen hatten. Interessant zu klären ist die Frage, wer die Kosten für den Parkspurversuch zu tragen hat. SP-Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker, der erst für kommenden Donnerstag eine Stellungnahme in der Causa angekündigt hat, hat sich festgelegt: Der Bezirk Alsergrund zahlt. Dessen Vorsteher Benke denkt aber gar nicht dran, dem nachzukommen: Es handle sich um eine Bundesstraße, die Fachkommission habe eindeutig für den Verkehrsversuch gestimmt. Also werden die 100.000 Schilling (7267 ) Kosten für Markierungen und bauliche Maßnahmen "sicher nicht vom Bezirk" getragen. FPÖ und ÖVP streiten derweil, wem der Verhinderungserfolg gebührt. Vertreter beider Parteien haben vergangene Woche die Autofahrer mit Antistauflugblättern, Transparenten und im besseren Fall mit Kipferln versorgt. Eindeutig konnten Anrainer beobachten: Die VP war früher vor Ort und trommelte seit Wochen gegen die Parkspur. Vermutlich unbemerkt bleibt in der angeheizten Debatte, dass jene fahrbahnverengende Rechtsabbiegespur an der Alserbachstraße, die der Ausgangspunkt aller Verkehrsmaßnahmen war, jedenfalls bestehen bleibt. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 24.10.2001)