Einen Schlagabtausch in der Frage der zukünftigen Spitze der "Kronen Zeitung" liefern sich "Krone"-Chef Hans Dichand und der WAZ-Konzern derzeit auf den Leserbrief-Seiten des Nachrichtenmagazins "Format". Dichand betonte in der Ausgabe vom 1. Oktober, er bzw. seine Familie habe "das alleinige Recht, den Chefredakteur zu bestellen". Die WAZ-Gruppe, zur Hälfte an der "Krone" beteiligt, kontert in der aktuellen Ausgabe: "Die Familie Dichand hat zwar ein Vorschlagsrecht, die WAZ-Mediengruppe aber ein Widerspruchsrecht, das ausgeübt wird, wenn dies im Interesse der 'Kronen Zeitung' erforderlich ist." Nominierung von Christoph Dichand stieß nicht nur auf Zustimmung ..."

Hintergrund des Leserbriefwechsels: Dichand hatte im Juni des Jahres seinen Sohn Christoph als seinen designierten Nachfolger präsentiert. Dies stieß dem Vernehmen nach im WAZ-Sitz in Essen nicht auf ungeteilte Zustimmung, Medienberichten zufolge wurden Dichands Pläne aber "zur Kenntnis genommen".

"In Gesprächen mit meinen deutschen Partnern wurde vereinbart, dass im Falle eines Ausscheidens meiner Person als Chefredakteur ich meinen Sohn Dr. Christoph Dichand als Chefredakteur bestellen werde", betonte dazu der "Krone"-Chef in seinem Schreiben an "Format". In Essen lautet die Lesart anders: "Wenn Herr Hans Dichand als Chefredakteur zurücktritt, wird sein Sohn (...) nicht automatisch Chefredakteur", wurde am Montag festgehalten.

Christoph Dichand, verantwortlich für die Sonntagsbeilage der "Krone", hat zuletzt aber ohnehin in einer anderen Branche für Aufsehen gesorgt: Er ist an der Internet-Handelsgesellschaft OneTwoSold beteiligt, die im September das Wiener Dorotheum übernahm. (APA)