Wien/Islamabad - Die UNICEF, das Kinderhilfswerk der UNO, schätzt, dass sich unter den 15.000 Flüchtlingen im Niemandsland beim Grenzposten Chaman an der pakistanisch-afghanischen Grenze etwa 6.000 Kinder befinden. Mitarbeiter berichten von jungen Menschen, die Wind und Wetter ausgesetzt auf dem nacktem Boden schlafen. 14 UNICEF-Mitarbeiter sind bereits vor Ort, um schnelle Nothilfe zu leisten. Das Team drang am Montag zur afghanischen Seite der Grenze vor und sah dort etwa 2.500 Menschen, die in 200 Zelten leben. Die Hilfsorganisation verteilte Trinkwasser, Nahrungsmittel und Winterkleidung. Eine weitere Mannschaft brach von Quetta mit einem Lastwagen Richtung Niemandsland auf, um dort Hilfsgüter zu verteilen. Die Kinder brauchen dringend Nahrung, Wasser, Unterkunft und Medizin. Das Risiko ist groß Die UNICEF arbeitet daran, dass die dringenden Bedürfnisse dieser Kinder erfüllt werden: Nahrung, Trinkwasser und Schutz vor der Kälte. Daher verließ am Dienstag ein Lastwagen mit 2.500 Wassercontainern für 2.500 Familien die pakistanische Stadt Quetta Richtung Chaman. Weiters befinden sich 6.000 Pullover, Medikamente für 10.000 Menschen und 5.000 Pakete mit Brot und Keksen für die Kinder auf dem Weg nach Chaman. Im Team befinden sich auch Ärzte, die dem Bedarf nach Impfungen und therapeutischer Ernährung der Kinder überprüfen. Während für die Kleinen im Niemandsland gesorgt wird, schickt die UNICEF weiterhin täglich Konvois mit Hilfsgütern nach Afghanistan. Am Dienstag überquerten zum Beispiel fünf Lastwagen mit Material zur Trinkwasseraufbereitung die Grenze Richtung Kandahar. Trotz größter Schwierigkeiten geht die UNICEF-Hilfe für afghanische Kinder weiter. Unter großem persönlichen Risiko erhalten 70 nationale Mitarbeiter an fünf Standorten elementare Programme aufrecht. Da UNICEF schon seit 1949 in Afghanistan arbeitet, können sich die Mitarbeiter auf ein Netzwerk von lokalen Organisationen und Einrichtungen stützen. (APA)