Wien - Auch für die rund 71.000 Beschäftigten in der heimischen Kreditwirtschaft erfolgte nun der Auftakt zur diesjährigen Tarifrunde. Die am Dienstag an die Arbeitgeber übermittelte Gehaltsforderung der Gewerkschaft lautet zumindest auf Abgeltung der Inflationsrate und Anteil am Wirtschaftswachstum. Die Tarifpartner stellen sich auf eine schwierige Runde ein, da vor allem das dritte Quartal im Schnitt der Institute nicht rosig aussah, hieß es am Dienstag. Die erste Verhandlungsrunde dürfte am 30. November statt finden. Dieser Termin sei zumindest bisher reserviert, sagte Günter Benischek, Vorsitzender der Kreditsektion in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Messlatte Der Abschluss der Metaller ist auch für die Banken-Arbeitnehmervertreter "wieder eine Messlatte" für einen Abschluss, sagte Benischek. Bei den Metallern steigen die Ist-Löhne wie berichtet um 2,9 Prozent, mindestens aber um 600 S (43,60 Euro), die Mindestlöhne werden um 3 Prozent angehoben. Der neue Banken-Kollektivvertrag tritt generell am 1. Februar in Kraft. Nach der vorjährigen Banken-KV-Runde waren die Gehälter der Kreditinstituts-Beschäftigten um durchschnittlich 2,91 Prozent erhöht worden: Das bedeutete bei den Einstiegsgehältern eine Erhöhung um mehr als 3 Prozent, für die höchsten Gehaltsansätze im KV-Schema rund 2,8 Prozent. Dazu kam eine einmalige Zahlung von 1.000 S. "Euro-Kollektivvertrag" Auf weitere Abschlüsse hofft die Banken-Gewerkschaft zwischenzeitig zum so genannten "Euro-Kollektivvertrag". Bisher haben der Bankenverband und der Sparkassensektor optional abgeschlossen. In diesem eigenen Euro-KV für die Bank- und Sparkassenangestellten geht es um die Abgeltung der Mehrleistungen und flexiblere Arbeitszeiten rund um die Euro-Bargeldumstellung zum Jahreswechsel 2001/02. Säumig sind jetzt noch Raiffeisen, Volksbanken und Hypos. Bei Raiffeisen "scheint sich jetzt etwas zu bewegen", sagte Benischek am Dienstag. Hier sei nun erstmals Verhandlungsbereitschaft signalisiert worden. (APA) .