Washington - Die USA sind von der Widerstandskraft der Taliban in Afghanistan überrascht. Knapp drei Wochen nach dem Beginn der Luftangriffe auf Afghanistan hat sich das Pentagon am Donnerstag verblüfft über die "Hartnäckigkeit" der Taliban gezeigt. "Ich bin ein wenig überrascht, wie hartnäckig sie sich an der Macht halten", sagte Konteradmiral John Stufflebeem vom Pentagon. "Sie haben sich als zähe Krieger erwiesen." Noch vor einer Woche hatte das Pentagon erklärt, die Taliban seien durch die andauernden Bombenangriffe lahm gelegt worden. Stufflebeem deutete nun an, dass es den Taliban noch immer gelinge, ihre Truppen mit neuer Ausrüstung zu versorgen, und sie auf dem Land ihre Panzer noch immer verlegen könnten. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht keinen Anlass für eine Feuerpause in Afghanistan während des islamischen Fastenmonats Ramadan. "Es ist sehr klar, dass (die Terror-Organisation) El Kaida und die Taliban während des Ramadan auch nicht inne halten werden", sagte er im Radiosender "Voice of America". Rumsfeld: Bin Laden möglicherweise nicht zu fassen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat erstmals erklärt, möglicherweise werde es nicht gelingen, den Terroristenführer Osama bin Laden zu fassen. Rumsfeld sagte der Zeitung "USA Today" vom Donnerstag, es werde sehr schwierig werden, Bin Laden zu finden oder zu töten. "Er hat viel Geld und viele Anhänger, die ihn unterstützen. Ich weiß nicht, ob wir erfolgreich sein werden", sagte Rumsfeld. Bin Ladens Terrornetzwerk El Kaida würde auch ohne ihn weiter operieren. "Wenn er morgen weg wäre, würde das gleiche Problem weiter bestehen", sagte Verteidigungsminister Rumsfeld. Powell: Selbst die USA können Afghanistan nicht regieren US-Außenminister Colin Powell schloss unterdessen aus, dass Pakistan - mit dessen Hilfe die Taliban an die Macht gekommen waren - oder ein anderes Land eine dominierende Rolle in der Nachkriegsregierung Afghanistans spielt. Selbst die USA könnten das Land nicht regieren, sagte Powell in Washington vor dem Außenpolitischen Ausschuss des Repräsentantenhauses. Die Taliban müssten aber jetzt verschwinden, denn sie seien "Teil von El Kaida". Nordallianz will mehr Bodentruppen Die Nordallianz forderte unterdessen Washington auf, so schnell wie möglich Bodentruppen in Afghanistan einzusetzen. "Wenn Amerika den Terrorismus und die Taliban in Afghanistan beenden will, muss es Bodentruppen bringen", sagte ein Nordallianz-Sprecher. Der Außenminister der international anerkannten Regierung forderte von den USA eine bessere Kooperation mit der Nordallianz.(APA/AP)