Wien - Österreichs Arbeitnehmer werden immer mobiler: Von hochgerechnet 3,044.000 unselbstständig Erwerbstätigen gaben im September 2000 58 Prozent an, zumindest einmal in ihrer bisherigen Berufslaufbahn den Arbeitgeber gewechselt zu haben. Dies entspricht 1,773.000 Personen, wobei mehr Männer (1,023.000) den Arbeitgeber wechselten als Frauen (750.000). Dies ergab eine von der Statistik Austria im Auftrag des Arbeits- und Wirtschaftsministeriums durchgeführte Mikrozensus-Erhebung vom September 2000, die in rund 24.000 Haushalten und bei rund 60.000 Personen durchgeführt wurde. Der Vergleich mit früheren Erhebungen zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitgeberwechsels im Laufe der letzten Jahrzehnte deutlich zugenommen hat. So gaben für die Jahre 1975 und 1988 54 Prozent bzw. 53 Prozent einen Jobwechsel an. Fünf bis zehn Jahre nach dem Berufseinstieg steigt die Wahrscheinlichkeit eines Jobwechsels signifikant an. Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) der 25- bis 29-Jährigen hat in seiner bisherigen Berufslaufbahn zumindest einen Arbeitgeberwechsel hinter sich, und bei den 30- bis 34-Jährigen sind es fast zwei Drittel (64 Prozent). Ab dem 40. Lebensjahr geht die Zahl der Jobwechsler wieder langsam zurück (59 Prozent). Der niedrigste Wert bei Älteren wird von über 60 Jahren erreicht (53 Prozent). Höhere Schulbildung fördert Stabilität Eine höhere Schulbildung wirkt sich günstig auf die Stabilität von Arbeitsverhältnissen aus: Während 62 Prozent aller Pflichtschul- und 64 Prozent aller Lehrabsolventen im Laufe ihres Berufslebens zumindest einen Jobwechsel hinter sich haben, sind es bei Hochschulabsolventen und Absolventen einer hochschulverwandten Lehranstalt nur 44 Prozent. Berufe, die zu besonders hohen Anteilen von Arbeitsplatzwechseln betroffen sind, sind vorwiegend im Arbeiter- oder Angestelltenbereich zu finden und gehen in der Ausbildung zumeist über eine mittlere Schule nicht hinaus. Beispiele wären "Friseure, Schönheitspfleger", "Hotel- und Gaststättenberufe", "Handelsvertreter, Vermittler", "Haushälterinnen, Hausgehilfen, Hauswarte" und "Hilfsberufe". Wunsch nach besserer Bezahlung Bei Erwerbstätigen, die seit September 1990 den Arbeitgeber wechselten, hat annähernd die Hälfte (46 Prozent) das Arbeitsverhältnis selbst gelöst, in 19 Prozent der Fällen wurde seitens des Arbeitgebers eine Kündigung ausgesprochen, 30 Prozent fanden zu einer einvernehmlichen Lösung und 5 Prozent hatten einen befristeten Arbeitsvertrag. Während Männer zu größeren Anteilen selbst kündigen oder gekündigt werden, überwiegen bei Frauen einvernehmliche Vertragsauflösungen. Der häufigste Grund für einen Arbeitsplatzwechsel ist der Wunsch nach einer besseren Bezahlung (22 Prozent). Hoch liegen auch die familiären Sorgepflichten (13 Prozent), insbesondere bei Frauen mit 25 Prozent. Ein Gutteil der Befragten versprach sich von einem Wechsel eine interessantere Arbeit (11 Prozent) oder eine Verbesserung der Aufstiegsmöglichkeiten (10 Prozent). 18 Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen, deren letzter Arbeitsplatzwechsel im Zeitraum 1990 bis 2000 erfolgte, verzeichneten einen Aufstieg, 14 Prozent einen Abstieg und 68 Prozent blieben auch nach dem Wechsel in derselben Qualifikation. Der Vergleich "Männer - Frauen" zeigt, dass Aufstiege zu weitaus größeren Anteilen von Männern realisiert werden: 20 Prozent der Männer steigen auf, jedoch nur 16 Prozent der Frauen. (APA)