Salzburg - Das überaus erfolgreiche Salzburger Kulturgelände Nonntal wird auch zu seinem 20. Geburtstag nicht von seiner akuten Raumnot erlöst werden. Das sagte heute, Mittwoch, Vormittag, Gerhard Wohlzog, der Geschäftsführer der "ARGE-Nonntal" bei einer Pressekonferenz. Seit dem Jahr 1997 werden die Räume des Kulturgeländes von Fachleuten des städtischen Kontrollamtes als "katastrophal" bezeichnet. Die Hauptmängel: Die Lüftungsanlagen sind kaputt, die Räume sind schlecht isoliert und zu klein, die vielen Teilorganisationen des Kulturgeländes sind teilweise in Blechcontainern untergebracht. Kein "grünes Licht" 1998 wurde ein österreichweiter Architektenwettbewerb durchgeführt, die Jury hat das Projekt des Kärntner Architekten Gerhard Kresitschnig prämiert. Die Stadt hat daraufhin beschlossen, ein städtebauliches Gesamtkonzept zu entwerfen, in das die Universität, die Hypobank, das Sportzentrum Mitte (SAK und Union) und das Kulturgelände eingebunden werden sollten. Ziel war, den Bund zur Mitfinanzierung zu gewinnen und einen Grünstreifen von Freisaal bis an die Altstadtgrenze zu sichern. Doch nach wie vor habe die zuständige Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer kein "grünes Licht" für den Beginn der Umbauarbeiten gegeben, obwohl Stadt und Land Salzburg ihre Anteile an der Finanzierung zugesagt und in den Gremien beschlossen hätten, sagt Wohlzog. Drei-Tages-Fest Dennoch wird das Kulturgelände Nonntal zum 20 Jahre-Jubiläum drei Tage lang mit der für diesen Kulturverein typischen Vielfalt feiern. Von Donnerstag bis Samstag (27.10.) stehen neben einer komödiantischen Bearbeitung der Königsdramen von Shakespeare, Ostbahnkurti mit seiner Combo, das Kabarett "MotzArt", das Kindertheater "Ikarus", der Salzburger Musiker Josh, das Frauenensemble "Femmes vocales" und vieles mehr auf dem Programm. Autonome Kultur In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Kulturgelände Nonntal zum größten autonomen Kulturverein außerhalb Wiens gemausert und einen festen Platz im Salzburger Kulturleben erobert. Insgesamt haben rund zwei Millionen Menschen die Veranstaltungen und das Lokal im Kulturgelände besucht. Der Verein hat 3.000 Mitglieder, ungefähr 80 Leute arbeiten haupt- oder ehrenamtlich an den Programmen. 50 Vereine und Initiativen aller kulturellen Sparten, von Musik-, Tanz- oder Theatergruppen bis zu einer eigenen Zeitungsredaktion (Kunstfehler), Multimediakünstlern und einem Radiosender, sind in der ARGE-Nonntal organisiert. (APA)