Der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo könnte mit seinem mobilen Internetdienst i-mode schon bald auch in Europa durchstarten. Angesichts des baldigen Einführung der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) rechnen Experten mit einem Start von i-mode schon zu Beginn nächsten Jahres. Über eine Beteiligung an dem niederländischen Telekomkonzern KPN ist NTT DoCoMo bereits in den Benelux-Staaten, in Deutschland und in Ungarn aktiv. Auch die Telecom Italia hat bereits Interesse an der Adaptierung des i-mode-Angebots angemeldet. Mobiles Internet in Japan schon erfolgreich Laut Telekomexperte Albrecht Wagner des Wiener Beratungsunternehmen Contrast feiert das mobile Internet in Japan bereits große Erfolge. Rund 45 Mill. Handykunden haben dort bereits ein internettaugliches Mobilfunkgerät, sagte Wagner zur APA. Davon sind fast 28 Mill. User i-mode-Kunden. Das entspricht einem Marktanteil von 62 Prozent. E-Mails am beliebtesten Am häufigsten wird das i-mode-Handy (42 Prozent) zum Versand von SMS-artigen E-mails benutzt. Das mobile Internet nehmen 24 Prozent der Kunden in Anspruch. Der Kunde zahlt für diese Zusatzservices eine monatliche Grundgebühr von lediglich 38 S. Rechnet man aber die Kosten für die Datenübertragung von 30 Groschen je Kilobyte und Gebühren für kostenpflichtige Inhalte hinzu, gibt der japanische Handytelefonierer fürs mobile Internet im Durchschnitt zusätzlich zur bestehenden Telefonrechnung monatlich 355 S (25,8 Euro) aus. Die Zahl der offiziellen i-mode-Angebote, die über die i-mode-Plattform zugänglich sind und über die Mobilfunkrechnung verrechnet werden, beträgt mittlerweile 620. Darüber hinaus gibt es aber noch rund 25.000 weitere inoffizielle Angebote, die über das Internet angeboten werden. i-mode macht dabei aber strenge Vorgaben bezüglich Seitengröße, Preis und Inhalt. Gefragt sind Unterhaltungsservices Beliebte Contents sind in Japan vor allem Unterhaltungsservices wie Spiel oder Klingeltöne (64 Prozent), vor News, Wetter und Informationen (19 Prozent), während der Anteil des mobile Banking nur vier Prozent beträgt. Während in Japan das mobile Internet bereits boomt, hoffen die europäischen Mobilfunkanbieter auf einen Durchbruch der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System), die die Datenübertragung stark beschleunigen soll. Ernst Bonek von der Technischen Universität Wien rechnet angesichts der Konkurrenz von i-mode mit dem UMTS-Start bereits 2003. Wagner betonte aber, dass die Geschwindigkeit der Einführung im wesentlichen vom Erfolg der Vorgängertechnologie GPRS (General Packet Radio System) abhängen werde. UMTS mehr als nur Unterhaltung Grundsätzlich warnt Wagner davor, bei UMTS wie bei i-mode vor allem auf Unterhaltung zu setzen. In der ersten Phase würden vor allem Business-Anwendugen Geld bringen. Durch drahtlose Firmennetzwerke bestehe vor allem im Außendienst ein hohes Rationalisierungspotenzial. Bereits jetzt bestehe daher eine hohe Nachfrage nach solchen Angeboten.(apa)